Vermischtes Geschlagen, gedemütigt, verfolgt

06.07.2009, 22:00 Uhr

Fatima (Name geändert) ist nicht zum ersten Mal im Frauenhaus. Vor 16 Jahren – damals war sie zwei – war ihre Mutter mit ihr vor den Schlägen des Vaters geflüchtet. Jetzt ist Fatima wieder da. Sie hat Angst vor ihrem Vater und vor einer Zwangsheirat.

Das Osnabrücker Frauenhaus muss immer öfter junge Frauen aufnehmen. Mit 18 Jahren fallen sie aus der Jugendhilfe. Zu all ihren traumatischen Erfahrungen kommt noch ein ungeklärter Aufenthaltsstatus. Wenn diese jungen Frauen vor der Gewalt fliehen, müssen sie den Kontakt zu ihren Familien vollständig abbrechen. „Nur die Solidargemeinschaft des Frauenhauses bleibt als schützendes und stützendes Umfeld übrig“, sagt Mitarbeiterin Anne Löckener.

Fatimas Schicksal steht für viele andere. Nachdem sich die Mutter vom gewalttätigen Vater getrennt hatte, wurde sie vom älteren Bruder drangsaliert. Als die Mutter den Vater drei Jahre später wieder aufnahm, wurde das Mädchen von Vater und Bruder geschlagen und gedemütigt. Weil sie nach der Hauptschule keine Lehrstelle bekam, versuchte Fatima, den Realschulabschluss zu machen.

Die Gewalt in der Familie eskalierte. Das Mädchen fühlte sich für den Schutz der Mutter verantwortlich und brach die Schule wieder ab. Seelisch und körperlich ging es der Jugendlichen immer schlechter, bis sie ins Frauenhaus flüchtete.

Bei Fatima und anderen jungen Bewohnerinnen sind die Auswirkungen der Gewalt so gravierend, dass sie ihren Alltag kaum bewältigen können. „Sie brauchen eine besonders intensive Unterstützung und Begleitung“, erläuterte Löckener. Die Mitarbeiterinnen planen deshalb ein eigenes Gruppenangebot, um die jungen Frauen zu stabilisieren und mit ihnen eine Perspektive für ihr weiteres Leben zu entwickeln.

„Aus dem knappen Etat des Frauenhauses ist das nicht zu leisten“, sagt Anne Löckener: „Wir sind deshalb auf Spenden angewiesen.“ Die Bethe-Stiftung unterstützt den Spendenaufruf mit einer Verdoppelungsaktion: Jede Spende, die ab heute bis einschließlich 5. Oktober eingeht, wird von der Stiftung verdoppelt. Eine Einzelspende wird bis zu einer Höhe von 2000 Euro verdoppelt. Maximal werden alle eingehenden Spenden bis 6000 Euro auf 12000 Euro aufgestockt: Einzahlungen unter dem Stichwort „Angebot für junge Frauen“ auf das Konto 3204989 bei der Sparkasse Osnabrück, Bankleitzahl 26550105.