Vermischtes Geheime Abstimmung kam unerwartet

09.07.2009, 22:00 Uhr

Der Rat der Samtgemeinde Neuenkirchen hat die Weichen für die Erweiterung und den Umbau der Grundschule Neuenkirchen mit Bau einer Mensa und des Jugendtreffs gestellt. Ohne Nebengeräusche ging die Sache am Mittwochabend während der Ratssitzung in der Gaststätte Welling aber nicht über die Bühne.

Auf Antrag von Reinhard Hellmann (SPD) gaben die Ratsvertreter in geheimer Abstimmung ihr Votum zu dem Tagesordnungspunkt ab. Das jedoch mit einiger Verzögerung, denn auf diesen Fall war die Verwaltung wohl nicht gefasst. Die erforderlichen Stimmzettel mussten erst aus dem Rathaus geholt werden. Bei vier Neinstimmen und einer Enthaltung wurde am Ende die Empfehlung des Preisgerichtes, das sich mehrheitlich für den Entwurf des Architekturbüros Kornhage+Schubert (Wallenhorst) ausgesprochen hatte, angenommen.

Hellmann hatte bereits zuvor bei der Beratung des Projektes aufhorchen lassen, als er Samtgemeindebürgermeister Martin Brinkmann fragte, ob dieser nach § 26 der Niedersächsischen Gemeindeordnung eigentlich an den Entscheidungsprozessen hätte teilnehmen dürfen. Definitiv wolte er wissen, ob es persönliche Verbindungen zum siegreichen Architektenbüro gebe. „Das ist definitiv nicht so!“, lautete die klare Aussage Brinkmanns.

Brinkmann ging in der Sitzung noch einmal auf den bisherigen Verfahrensablauf ein, der fachlich und von den politischen Gremien begleitet worden sei. Mitte Mai seien vier Architektenbüros aus der Region aufgefordert worden, ihre Vorschläge im Rahmen eines Ideenwettbewerbes einzureichen. Die Jury habe sich sowohl im anonymen Verfahren als auch nach der Präsentation der Vorschläge durch die vier Büros mehrheitlich für den Entwurf des Büros Kornhage+Schubert entschieden.

Die Gründe erläuterte Brinkmann anhand der aushängenden Pläne etwas genauer. Im bisher als Neubau bezeichneten Trakt aus den 80er-Jahren würden danach in Zukunft der Betreuungsbereich und Fachräume untergebracht. Im Untergeschoss sollen laut dem Entwurf ein Klassenraum, Musik- und Medienraum sowie Lehrer- und Verwaltungstrakt Platz finden. Lob gab es für die multifunktionale Aula-Lösung. Hervorgehoben wurde die Planung für das Lehrerzimmer, das in den Pausenhof hineinrage und von dem aus der ganze Schulhof im Blick sei. Im Obergeschoss des neu zu errichtenden Gebäudes sind in Zukunft zehn Klassenräume untergebracht. Die Mensa sei separat nutzbar, aber zugleich so konzipiert, dass sie vom Jugendtreff, der ansonsten seine eigenen Räume bekommt, mit genutzt werden kann.

„Wir sind jetzt in der Phase der Vorplanung“, so Brinkmann, jetzt könnten die weiteren Feinabstimmungen vorangetrieben, die genauen Preise für die Gewerke ermittelt und eine Bauleitplanung erstellt werden. „Erst Preise auf den Tisch“ sei die Marschrichtung der CDU-Fraktion für die weitere Vorgehensweise, so Georg Weglage. Von daher wurde Kornhage+Schubert auf Empfehlung des Preisgerichtes sowie des Samtgemeindeausschusses in Fortführung der vorgelegten Wettbewerbsarbeit mit der Bearbeitung der Aufgabe bis zur Genehmigungsfähigkeit beauftragt.