Vermischtes Gedenkmünze soll Gabriel täglich an den Ausbau der E 233 erinnern

17.12.2002, 23:00 Uhr

Der Ausbau der E 233 war ein zentrales Thema, mit dem der Niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel gestern bei seinem Besuch der Firma "Air System Barlage" (ASB) in Haselünne-Flechum konfrontiert wurde. "Er muss unbedingt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden, damit auf mittlere Sicht eine Chance auf Realisierung besteht" gab Klaus Schütte, Vorsitzender des Städteringes Zwolle-Emsland, dem Landesvater nachdrücklich mit auf den Weg.

Zuvor hatte Geschäftsführer Dieter Barlage sein Unternehmen kurz vorgestellt, das sich als Hersteller von Großkomponenten für den Apparate- und Maschinenbau etabliert habe und sich durch die Kooperation mit der Firma Stabar in Polen gegen die internationale Konkurrenz bewähre. So sei kürzlich ein Projekt in Weißrussland beendet worden, und zurzeit befinde man sich in der Abwicklung einer Wodka-Produktionsanlage in Russland bzw. verhandle über eine Bio-Diesel-Anlage in Polen. Ohne dieses Engagement in Osteuropa "hätten wir diesen Weg nie gehen können", betonte Barlage, der neben großräumigen Fertigungshallen und großzügigem Firmengelände eine verbesserte Verkehrsanbindung durch die E 233 als Voraussetzung dafür ansah, "dass wir den Anforderungen unserer Kunden auch in Zukunft gerecht werden". Erst Anfang des Jahres habe man einen lukrativen Auftrag in Kuweit verloren, da infolge fehlender Transportmöglichkeiten eine teure Vormontage in Papenburg hätte erfolgen müssen.

In Sachen E 233, deren niederländischer Teil (A 37) bis 2005 bis zur Grenze vollständig als Autobahn ausgebaut sein wird, sprachen auch Haselünnes Bürgermeister Bernd Wehrs und Stadtdirektor Klaus Schütte deutliche Worte. "Wir haben ca. elf Prozent Arbeitslose, und Arbeitsplätze entstehen am ehesten an günstigen Verkehrswegen. Deshalb ist der Ausbau der B 402/E 233 für uns von allergrößter Bedeutung", betonte der Ratsvorsitzende, der zur Untermauerung dieser Forderung eine Gedenkmünze an die 650-jährige Mitgliedschaft Haselünnes im Hansebund überreichte. "Benutzen Sie sie als Briefbeschwerer. Sie werden dann täglich an Haselünne und die E 233 erinnert".

Zur Realisierung des wichtigen Zwischenstücks der E 233 zwischen der A 31 bei Meppen und der A 1 bei Cloppenburg müssten, so Schütte, alle Kräfte mobilisiert werden- nicht zuletzt auch mit Blick auf die Unfallzahlen. Dabei wolle man keineswegs den Ausbau einer schnellen Transitstrecke zwischen Holland und Skandinavien, wohl aber eine "Erschließungsstraße als Fundament für eine Infrastruktur, die unsere Bemühungen um Betriebsansiedlungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region unterstützt".

Auch Landrat Hermann Bröring appellierte an den Landesvater, für die Aufnahme der vierspurig auszubauenden E 233 in den Bundesverkehrswegeplan zu sorgen. "Wagen Sie nach der A 31 ein weiteres Experiment mit uns", ermunterte er. Eine andere Bitte Brörings, der Unternehmen wie ASB als "typisch für die innovative Kraft der Region" bezeichnete: Die Zahl der vielen Sondergenehmigungen, die für Transporte wie von der Flechumer Produktionsstätte notwendig sind, müsste verschlankt und entbürokratisiert werden (siehe auch die Seite "Kreis Emsland").

"Das wird teuer", vernahm der MP, der das Emsland als "eine der prosperierendsten Wirtschaftsregionen" bezeichnete, die Vorstöße in Sachen E 233. Er fand "die Idee, die Europastraße in den Bundesverkehrswegeplan zu bekommen und dass die Region dann ein Konzept macht, wie wir das Projekt vor Ort umsetzen können", gut. "Ich bin da sehr an Ihrer Seite", versprach der Sozialdemokrat, sich "das Thema noch einmal zu greifen"- zumal Land und Landkreis bei beim Lückenschluss der A 31 einen tollen Schulterschluss gezeigt hätten. Bisheriges Problem bei der E 233 sei die mit Rang elf schlechte Einstufung durch die Bezirksregierung.