Vermischtes Gas, Waser und Strom werden teurer

15.12.2002, 23:00 Uhr

"Beim Wasser sind dadurch ganz aktuell sogar rote Zahlen entstanden", erklärte gestern Stadtwerke-Pressesprecher Peter Horenburg. Umfangreiche Sanierungen der stadtwerkeeigenen Wasserwerke hätten zu hohen Fixkosten geführt. "Die Sanierungen sind notwendig, weil die ab 2003 geltende neue Trinkwasserverodnung verschärfte und gesetzlich festgelegte Grenzwerte vorschriebt", so Horenburg. Zur Deckung der entstandenen Kosten werden daher die monatlichen Grundpreise für jeden Wasseranschlusss in Osnabrück um zwei Euro erhöht.

Beim Strom schlägt die fünfte Stufe der sogenannten Ökosteuer durch. Durch sie steigt der Steuersatz je verbrauchter Kilowattstunde von 1,79 Cent auf 2,05 Cent. Gleichzeitig wird der Stromsteuersatz für Nachtspeicherheizungen von 0,9 Cent auf 1,23 Cent pro Kilowattstunde angehoben.

Außerdem sorgen zwei weitere Bundesgesetze unmittelbar für Preiserhöhungen. So wird für Solarstrom eine Einspeisungsvergütung gewährt, die auf alle Stromverbraucher umgelegt wird. Da es einen regelrechten Ansturm auf Photovoltaikanlagen für Hausdächer gegeben hat, steigt der Umlagesatz entsprechend stark. Das gleich gilt für Windkraftanlagen.

Nach Berechnungen der Stadtwerke resultieren aus all diesen Steuern und Fördermaßnahmen für regenerative Energien jährliche Mehrkosten von 25,20 für einen durchschnittlichen Drei-bis Vier-Personen-Haushalt. Die Nachtstromspeicherheizung kostet ab 1. Januar 48,75 Euro jährlich mehr. Das betrifft in Osnabrück 1650 Haushalte.

Auch Gas wird teurer, da die Bundesregierung den Steuersatz um knapp 60 Prozent erhöhen will. Das entsprechende Gesetz soll am 20 Dezember im Bundestag verabschiedet werden. Angesicht der parlamentarischen Mehrheiten der rot-grünen Koalitionsregierungh haben sich die Stadtwerke aber realistischerweise schon auf eine Erhöhung der Gaspreise eingestellt und geben sie ab 1. Januar weiter: Für ein Osnabrücker Einfamilienhaus werden dann 69 Euro mehr fällig. Die Gasrechnung steigt für den Eigentümer damit auf 1221,48 Euro, was einer Steigerung um 5,9 Prozent entspricht.