Vermischtes „Für meine persönliche Entwicklung war das sehr wichtig“

08.07.2009, 22:00 Uhr

Harald Werner aus Lingen ist jetzt nach einem fünfmonatigen Aufenthalt aus Estland zurückgekehrt und sprudelt über vor Begeisterung. Die Fachhochschulstudentin Cindy Wagner kommt aus Thüringen und freut sich auf die kommenden zehn Monate, die sie in Irland verbringen wird. Eileen Feketitsch aus Oldenburg hat gerade Abitur gemacht und ist neugierig auf Amsterdam, wo sie für ebenfalls zehn Monate hingeht.

Allen drei ist gemeinsam, dass sie über das Theaterpädagogische Zentrum (TPZ) in Lingen die Möglichkeit bekamen, ihre Zeit im Ausland als Freiwilligendienst im Rahmen des EU-Programms „Jugend in Aktion“ zu absolvieren. Und Nadége Héluin aus Frankreich leistet zurzeit ihren Dienst beim TPZ.

Seit Januar 2006 ist das TPZ Lingen akkreditierte Aufnahme- und Entsendeorganisation im Europäischen Freiwilligendienst (EFD) und bietet jungen Menschen die Chance, sich für die Dauer von sechs bis neun Monaten in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland zu engagieren. 2008 wurde das TPZ von der EU für diese Arbeit ausgezeichnet.

Lilo Hentschel, Koordinatorin für Freiwilligendienste beim TPZ, betont, dass für alle Interessenten individuelle Lösungen gesucht werden. So wollte Harald (24) an dem „Jugend in Aktion“- Programm teilnehmen, ohne konkrete Vorstellungen zu haben. Lilo Hentschel schlug Estland vor, weil vor einem Jahr die Estin Hanna Kannelmäe beim TPZ ihren Freiwilligendienst leistete und es dadurch Kontakte gab. „Zuerst war ich sehr skeptisch, weil ich über Estland nichts wusste – nur dass es ein sehr kleines Land mit einer sehr schwierigen Sprache ist“, erzählt Harald, der im Januar seinen Dienst begonnen hatte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die viel mit der Dunkelheit und Kälte in dem nördlichen Land zu tun hatten, stellte er fest, dass es die richtige Entscheidung war. „Es war sehr spannend und für meine persönliche Entwicklung sehr wichtig“, sagt Harald, der Europäische Studien in Osnabrück studiert hat und seine Kenntnisse bei der Arbeit im Jugendinformationszentrum in der Stadt Pärnu gut anwenden konnte.

Eileen (19) hat sich für Amsterdam vorrangig wegen des Projektes Kinder- und Jugendzirkus Elleboog entschieden, weil sie seit ihrem achten Lebensjahr selber aktiv Zirkus macht. „Amsterdam ist eine schöne Stadt, sie strahlt Lebensfreude aus, und die Niederländer sind auch sehr nett“, meint sie.

Ganz anders gestaltete sich die Suche nach einer geeigneten Stelle für Cindy (21). Sie wollte ihr Englisch aufbessern und etwas mit Kindern machen. „Am Ende war mir das Land egal“, sagt sie. Lilo Hentschel berichtet, dass die Suche nach einem geeigneten Platz nicht einfach gewesen sei. „Wir standen unter Zeitdruck, und es war sehr schwer, etwas zu finden.“ Schließlich fand sie für Cindy aber doch noch eine Stelle in einem Waldorfkindergarten in Irland.