Vermischtes Frauen sind die Verlierer

30.07.2009, 22:00 Uhr

In einigen Bereichen scheint die Wirtschaftskrise überwunden, in anderen kommen die Problemegerade erst an: Insgesamt stieg die Arbeitslosigkeit im Altkreis Bersenbrück im Juli an. Besonders hart betroffen waren Frauen.

Im Juli waren 3473 Personen im Altkreis ohne Arbeit, teilte die Arbeitsagentur mit. Ihre Zahl erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 206 Personen oder 6,3 Prozent. Gegenüber dem Vormonat nahm die Arbeitslosigkeit um 61 Personen oder 1,8 Prozent zu.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die die kommunale Arbeitsvermittlung „Maßarbeit“ betreut, ist den zweiten Monat in Folge gesunken auf 1724 arbeitslose Empfänger von Arbeitslosengeld (ALG) II. Im Juni waren es 1784 Hartz-IV-Empfänger.

Zurückgeführt wird die Entwicklung auf eine „leichte statistische Entspannung“ und „verstärkte Nachfragen nach Arbeitskräften beim Arbeitgeberservice der Maßarbeit“. Vorstand Siegfried Averhage rät aber zur Vorsicht: „Die Entwicklung ist angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation erfreulich.“ Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht.

Den sieht auch René Duvinage nicht. Im Gegenteil, der Leiter der Arbeitsagentur Bersenbrück sorgt sich um einen „latenten, sukzessiven Aufbau der Arbeitslosigkeit“. 121 Arbeitslose mehr betreute die Arbeitsagentur im Juli – eine Steigerung von 7,4 Prozent gegenüber Juni.

107 der Betroffenen sind Frauen. Das Bild ist laut Duvinage völlig uneinheitlich. Während in den „klassischen Männerberufen“ rund um den Bau durchaus Kräfte gefragt seien, würden in den Bereichen Lager und Logistik Aushilfsjobs abgebaut, die überwiegend Frauen wahrnähmen.

Dass sich „Bremsspuren der Wirtschaftskrise“ überall zeigen, machte Duvinage an der Zahl der offenen Stellen deutlich: Sie lag im Juli bei 164, acht Stellen oder gut fünf Prozent mehr als im Juni. Vor einem Jahr jedoch lag die Zahl noch um ein Viertel höher.