Vermischtes Flug wurde neun Stunden vorverlegt

12.12.2002, 23:00 Uhr

Ein Nachteil für Pauschal-Urlauber ist erneut durch ein Urteil bestätigt worden: Auch happige Verschiebungen der Hin- oder Rückflugzeiten müssen oft hingenommen werden, weil sich die Veranstalter solche Flugzeiten-Änderungen ausdrücklich vorbehalten.

Das gilt auch, wenn dadurch der An- oder Abreisetag für die Urlauber erheblich durcheinandergebracht wird, denn die Juristen meinen: Diese beiden Tage gelten nicht als Urlaubstage. Sind sie betroffen, so haben es Urlauber schwer, Ansprüche durchzusetzen. So wie in diesem Fall: Der Ruckflug der Urlauber wurde von 18.45 Uhr am Abend auf 9.25 Uhr am Morgen vorverlegt. Die Gäste mussten deshalb einen für diesen Tag geplanten Ausflug wieder absagen, sahen dies als Mangel an und verlangten eine Minderung des Preises.

Immer wieder verweisen die Gerichte in diesem Zuammenhang auch auf den massentouristischen Charakter von Pauschalferien. Den Fluggesellschaften müsse hier die Möglichkeit gegeben werden, zur besseren Auslastung ihrer Flüge auch Flugzeiten kurzfristig zu verändern. Abgesichert sind die Reiseveranstalter dabei durch den besagten "Änderungsvorbehalt", der sich in den Vertragsunterlagen (Katalog und/oder Buchungsbestätigung) findet.

Im vorliegenden Fall bezogen sich die Richter ausdrücklich darauf und stellten fest: Zumindest die Rückflugzeit hätte "Vorläufigkeitscharakter", eine ausdrückliche Festlegung der Flugzeiten sei durch die Buchung "nicht vereinbart" worden (AG Hannover, Az. 560 C 4074/02).