Vermischtes Flog Wodkaflasche Richtung Detektiv?

08.07.2009, 22:00 Uhr

Hat ein 1 8-jähriger Jugendlicher aus Melle versucht, einem Ladendetektiv mit einer Wodkaflasche auf den Kopf zu schlagen? Diese Frage soll nun vor dem Osnabrücker Amtsgericht geklärt werden – bisher steht Aussage gegen Aussage.

Ein Haargel für 99 Cent und dann noch eine Flasche Wodka für etwas über acht Euro habe er in seine Jackentasche gesteckt und dann den Drogeriemarkt in der Johannisstraße in Osnabrück, ohne zu bezahlen, verlassen, räumt der 18-Jährige ein. Fünf Meter vom Laden entfernt habe ihn dann eine Person von hinten gepackt.

„Völlig perplex“ sei er gewesen, berichtet der Angeklagte, er habe dann „körperliche Distanz“ zwischen sich und den vermeintlichen Angreifer bringen wollen. Dass der „Angreifer“ der 31-jährige Hausdetektiv des Drogeriemarktes gewesen sei, der ihn zuvor bei dem Ladendiebstahl beobachtet habe, habe er nicht gewusst.

Laut Anklage soll der 18-Jährige versucht haben, den Detektiv mit der Wodkaflasche auf den Kopf zu schlagen. Bei diesem erfolglosen Versuch sei die Flasche heruntergefallen und zerbrochen. Doch der Angeklagte habe weiter versucht zu fliehen und dem 31-Jährigen dabei mehrere Schläge ins Gesicht versetzt. Dem Hausdetektiv gelang es anschließend, den Angeklagten auf dem Boden zu fixieren, bis die Polizei erschien.

Der Mann habe sich nicht als Detektiv zu erkennen gegeben, verteidigt sich der Angeklagte – durch die Versuche der „physischen Bändigung meiner Person“ habe er sich sehr bedroht gefühlt, so der Angeklagte. Das Haargel und der Wodka hätten für ihn zu diesem Zeitpunkt keine Relevanz gehabt. Im Übrigen sei die Flasche zu Boden gefallen, als ihn der unbekannte Angreifer mit einem Polizeigriff zu Boden gedrückt habe, geschlagen habe er damit nicht. Er habe auch um Hilfe gerufen, so der 18-Jährige.

Der als Zeuge geladene Hausdetektiv hält an seiner Version fest: Er habe den Angeklagten überholt und sich dann mittels seines Ausweises als Detektiv zu erkennen gegeben. Doch der junge Mann habe zu entkommen versucht.

Als er ihn festgehalten habe, habe der 18-Jährige mit der Flasche nach ihm geschlagen – oder geworfen. Insgesamt war die Aussage des Ladendetektivs recht detailarm – wie es zu dem Schlag oder Wurf – gekommen war, konnte er nicht sagen. Auch nach dem genauen Ort und dem zeitlichen Ablauf befragt, kam oft die Antwort: „Das weiß ich nicht.“ Ob er es denn gewesen sei, der die Polizei gerufen habe? Er könne sich nicht erinnern, so der 31-Jährige.

Dem Richter wurde es schließlich zu bunt. „Als Detektiv machen Sie aber keine gute Figur, das muss ich Ihnen mal sagen“, beschied er dem Zeugen.

Am Mittwoch nächster Woche wird es vermutlich zu einem Urteil kommen, zuvor soll allerdings noch eine weitere Zeugin zur Klärung des Sachverhalts gehört werden.