Vermischtes Finanzschock in Dörpen sitzt noch sehr tief

03.12.2002, 23:00 Uhr

"Der Schock sitzt noch sehr tief". Mit dieser Aussage untermauerte Gemeindedirektor Hermann Korte während der öffentlichen Gemeinderatssitzung die Hiobsbotschaft, dass Nordland Papier seit Anfang November keine Gewerbesteuern mehr zahlen muss. Dabei trifft dieses enorme Haushaltsloch alle Mitgliedsgemeinden in der Samtgemeinde.

Während die Gemeinde Dörpen in diesem Jahr mit Gewerbesteuern in Höhe von 7,5 Millionen Euro rechnet, sinkt diese Einnahmequelle im kommenden Jahr auf schätzungsweise 1,3 Millionen Euro zurück. Allerdings zeigt ein erster Maßnahmenkatalog der Gemeinde auch, dass trotz dieses enormen Rückganges noch zahlreiche wichtige Projekte im kommenden Jahr angepackt werden. Dabei kommt der Gemeinde ihre Vorsorgepolitik besonders beim Ankauf von Grundstücken in Höhe von über 3,5 Millionen Euro in den vergangenen drei Jahren zugute.

Leidtragende dieses Steuerrückganges dürfte auch die Baubranche sein. So investierte die Gemeinde in den vergangenen beiden Jahren im Rahmen der Vermögenshaushalte über zehn bzw. elf Millionen Euro erhebliche große Summen in den Tiefbau.

Obwohl Hans Kuper (CDU) wie auch Hans Neufend (SPD) und Bürgermeister Hermann Wacker von ,,schmerzlichen Einschnitten" sprachen, sollen die geplanten Projekte noch weitgehend durchgeführt werden. Hierzu zählen der Ausbau der Hauptstraße und die Dorferneuerungsmaßnahmen sowie die Verlegung des Bahnüberganges zur Optimierung des Güterverkehrszentrums und Industriegebietes.

Der Gemeinderat will die Bürger nicht verstärkt zur Kasse bitten. So werden die Realsteuerhebesätze (Gewerbesteuer, Grundsteuer A und B) vorerst ebenso wenig angehoben wie die Eintrittspreise für das Hallenbad. Gleichwohl appellierten die Gemeindevertreter an die Vereine und Verbände Unterhaltungsarbeiten noch stärker als bislang in Eigenregie durchzuführen.

Weitgehend abgeschlossen ist die Sanierung des Sportparks. So erhielt die Kunststoffbahn eine neue Beschichtung. In Eigenleistung will der Verein SV Blau-Weiß Dörpen die Zuschauertribüne sanieren. Da der Landkreis die Finanzierung eine neuen Zeitmessgebäudes ablehnt, soll jetzt das alte Gebäude eine neue Holzverkleidung erhalten. Gut voran kommen auch die Arbeiten für das neue Papiermuseum. Die museale Einrichtung soll im Mai 2003 eröffnet werden. ,,Wir haben noch viele Ideen und Visionen", betonte abschließend Bürgermeister Hermann Wacker. Hierzu zählen ein neues Feuerwehrhaus, ein Alten- und Pflegeheim sowie neue Jugendräume. Er hofft, dass sich diese Projekte noch realisieren lassen.