Vermischtes Expresszüge dürfen fahren

08.12.2002, 23:00 Uhr

Die private NordWestBahn (NWB) darf Expresszüge auf der Strecke Osnabrück-Hannover einsetzen. Das hat nach Angaben des privaten Bahnunternehmens vom Montag das Eisenbahnbundesamt in Bonn entschieden. Demnach korrigierte das Amt in einem sogenannten "Höchstpreisverfahren" eine Entscheidung der Bahn-Tochter DBNetz, die dem in Osnabrück und Oldenburg ansässigen privaten Unternehmen den Zugang zu der Trasse zunächst versagt hatte.

NWB-Sprecher Ulf Middelberg wertete die Entscheidung gegenüber unserer Zeitung als "großen Erfolg". Damit erhalte "bundesweit erstmals" ein privates Bahnunternehmen die Möglichkeit, im direkten Vergleich mit dem Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn AG anzutreten. "Das Eisenbahnbundesamt hat mit seiner Entscheidung für mehr Wettbewerb die Zeichen der Zeit erkannt," meinte NWB-Geschäftsführer Hansrüdiger Fritz.

Allerdings könne noch nicht gesagt werden, wann das Unternehmen den Betrieb aufnehmen werde, sagte Middelberg. Die Bahn AG habe Klage gegen die Entscheidung des EBA erhoben, um der NWB den Zugang weiterhin zu verwehren. Ein Bahnsprecher bestätigte, dass das Unternehmen beim Verwaltungsgericht Köln gegen die Entscheidung aus Bonn vorgehe.

Abhängig vom Ausgang dieses Rechtsstreits werde die NordWestBahn nun "schnellstmöglich" die neuen Züge einsetzen, betonte Middelberg. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran". Das Unternehmen plant, einen Expresszug als Ersatz für die zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember wegfallenden Interregios einzusetzen. In dem Angebot liege eine zeitlich und preislich interessante Alternative zu dem nach NWB-Angaben "deutlich teureren" Intercity der Bahn AG, der künftig auf der Strecke Osnabrück-Hannover fahren soll.