Vermischtes Exhibitionist im Naturbad

04.03.2010, 20:00 Uhr

Diebstahl, Beleidigung und Bedrohung – das Vorstrafenregister des 39-jährigen Hasbergers lässt nicht direkt vermuten, dass er in der Öffentlichkeit gern die Hosen runterlässt. Dies (und noch mehr) hat er im vergangenen Sommer im Naturbad aber getan. Die Quittung dafür erhielt er gestern vor dem Amtsgericht Osnabrück.

„Es tut mir leid“, sagte der Angeklagte gestern. Dieses Geständnis führte dazu, dass die Zeuginnen nicht vor Gericht zu erscheinen brauchten. Ein Umstand, der sich positiv auf die Strafe auswirken sollte. Auf der Negativliste stand, dass der Mann im August vergangenen Jahres innerhalb von zwei Tagen gleich dreimal auffällig wurde. Zunächst stand ein „Besuch“ beim neuen Naturbadeteich auf dem Programm, wo er vor mehreren Frauen sexuelle Handlungen an sich vornahm. Am Folgetag zeigte sich der 39-Jährige zweimal in ähnlicher Weise, einmal sogar vor einem 14-jährigen Mädchen. „Das nehme ich Ihnen vor allem übel. Möglicherweise hat das Mädchen einen Schreck fürs Leben“, sagte die Richterin.

„Ich weiß nicht, was mich geritten hat“, sagte der Angeklagte gestern. Er lebt mit seiner Freundin zusammen und bezeichnet sein Sexualleben als „normal“. Vor und nach den Straftaten war er in diese Richtung nie auffällig gewesen, weshalb die Gerichtsparteien eine Therapie als nicht nötig erachteten.

Die Verteidigung meinte gar, eine Geldstrafe reiche aus. Die Vorfälle hätten jeweils mit einer gewissen räumlichen Distanz zu den Betroffenen stattgefunden, so die Begründung. Das Gericht folgte allerdings der Staatsanwaltschaft, die eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten gefordert hatte. Die Taten seien „sexuelle Attacken“ und für die Betroffenen „verstörend“ gewesen, sagte der Vertreter der Anklage. Das Gericht betonte, dass es sich nicht um „Lappalien“ gehandelt habe. exhibitionistischen Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses

Einigkeit herrschte dann wieder darin, dass der Angeklagte zusätzlich 50 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten soll. So ernst das Thema, so augenzwinkernd der Abschluss der Verhandlung. Die Arbeitsstelle möge nicht gerade ein Freibad sein, so die einhellige Meinung.