Vermischtes Europa ohne Klöster undenkbar

12.07.2009, 21:59 Uhr

Eine „Europamesse“ anlässlich des Namenstages des heiligen Benedikt von Nursia, dem Begründer des gleichnamigen Benediktinerordens und dem Schutzpatron Europas, hat am Samstagabend Dr. Alfons Nossol, Erzbischof der polnischen Diözese Opole (Oppeln), zusammen mit Pfarrer Jörg Buß und Pfarrer i.R. Hermann Ossege in der St.-Vincentius-Kirche zu Bersenbrück gefeiert.

Anwesend war auch der aus Bersenbrück stammende Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments, der den Kontakt nach Bersenbrück geknüpft hatte.

In seiner Begrüßung hob Pfarrer Buß hervor, dass Dr. Alfons Nossol „unendlich viel getan hat für die Aussöhnung zwischen Polen und Deutschen“, womit er zu den profiliertesten Bischöfen im polnischen Episkopat gehöre.

 Der Erzbischof ging in seiner Ansprache zunächst auf die schlesische Landesmutter Edith Stein alias Schwester Theresia Benedikta von Kreuz ein, die er wie Katharina von Ziena und Brigitta von Schweden als die drei weiblichen Patroninnen Europas bezeichnete. Nach den Worten des Bischofs sind sie der weibliche Gegenpart zu den drei Europapatronen Benedikt von Nursia, Johannes Paul II. und Kardinal Josef Meisner.

Laut Erzbischof Nossol könne man sich ein Europa ohne Klöster nicht vorstellen, da die berühmte Ordensregel „ora et labora“ („Bete und arbeite“) für die ganze Welt gelte. Um „in“ oder „up to date“ zu sein, müsste die Regel neuzeitlich lauten „laborans ora“ gleichzeitig arbeiten und beten.

Weiter führte er aus, dass Europa eine Gemeinschaft des Geistes, eine Werk- und Kulturgemeinschaft und eine Zivilisation der Liebe bilden müsse. „Frieden lässt sich nicht erkämpfen, er muss durch das Tun der Wahrheit in Liebe hergestellt werden“, sagte der Erzbischof.

„Die Vergangenheit hatte Europa im Singular, aber die Zukunft hat es nur noch im Plural“, führte der Geistliche weiter aus. Dem Zweiten Vatikanischen Konzil folgend, sollte Europa mutig in die Zukunft blicken.

Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten einige Bersenbrücker Gemeindemitglieder schlesischer Herkunft die Gelegenheit, ein paar Worte mit dem Gast aus Polen zu wechseln.