Vermischtes Erfindungsreiche Studenten

03.07.2009, 22:00 Uhr

Dass ein Pferd vier Beine hat, ist wahrlich nichts Neues. Aber dass diese regelmäßig zum Schutz von Sehnen und Gelenken sowie vor Verletzungen bandagiert werden müssen, weiß längst nicht jeder. Auch nicht, wie zeitaufreibend und manchmal nervend es ist, die abgewickelten Bandagen wieder neu aufzuwickeln – eine Tätigkeit, die auf einem Pferdehof oder bei Turnieren sehr häufig am Tag verrichtet werden muss.

Dass diese Arbeit auch wesentlich schneller gehen kann, haben pfiffige Studierende des Wirtschaftsingenieurwesens der Berufsakademie Emsland (BA) in Lingen unter Beweis gestellt. Sie entwickelten eine Pferdebandagenaufrollmaschine – ein langes Wort, das es in sich hat.

Rrrrrrrrrrr, macht es auf dem Reiterhof Strodt in Lingen-Laxten. Ruck, zuck ist die abgewickelte Bandage wieder ordentlich zusammengerollt. Wenn „Santo“ etwas sagen könnte, würde er sicher ein Lob aussprechen. Doch so schaut das Pferd lediglich interessiert zu, auch zu einem anerkennenden Wiehern lässt sich „Santo“ nicht bequemen.

Dafür gibt es für Christine Möllering, Jan Stroot, Richard Föcke, Britta Hüring, Jana Hoberg und Julia Bruns viele anerkennende Worte von Dr. Wolfgang Arens-Fischer, Geschäftsführer der BA. „Dieses Projekt hat schon eine besondere Qualität“, sagt Arens-Fischer und zeigt auf den Prototypen, den die Studierenden entwickelt haben. Von einem handelsüblichen Nähmaschinenmotor betrieben, können über zwei Spulen gleichzeitig zwei Bandagen in Sekundenschnelle aufgewickelt werden.

Die Idee dazu hatten Jana Hoberg und Christine Möllering, die beide in ihrer Freizeit selbst reiten und deshalb schon ungezählte Male Pferde bandagiert und Bandagen ab- und wieder aufgewickelt haben. Sie und weitere Studierende des Wirtschaftsingenieurwesens steckten daraufhin die Köpfe zusammen. Heraus kam eine über zwei Semester angelegte Projektarbeit.

Den Anfang machte eine Marktanalyse. Es wurde schnell deutlich, dass insbesondere auf Pferdehöfen, wo viele Tiere täglich zu versorgen sind, ein Bedarf für so eine Pferdebandagenaufrollmaschine als Alternative zum zeitaufreibenden Aufwickeln mit der Hand besteht.

„Wir haben dann eine Konstruktionszeichnung angefertigt und uns um die Einzelteile der Maschine gekümmert“, berichtet Jan Stroot. Im Rahmen seines dualen Studiums arbeitet der angehende Wirtschaftsingenieur beim Maschinenunternehmen Paus in Emsbüren.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Das ist keine Studie auf bloßem Papier“, unterstreicht Arens-Fischer. Der Bedarf für so eine Pferdebandagenaufrollmaschine sei zweifellos vorhanden. Nun gelte es, nach möglichen Investoren zu suchen, sieht der BA-Geschäftsführer durchaus Vermarktungs-chancen für die Erfindung der Studierenden.