Vermischtes Einst Orientierungshilfe und Kultsymbol

20.07.2009, 22:00 Uhr

In allen Gemeinden des Südkreises haben sich die Friedenszeichen als wahre Hingucker etabliert. Die auffälligen Kunstobjekte stehen in Parks, an Straßen, vor Gebäuden oder in Privatgärten und erinnern an die Varusschlacht, die vor 2000 Jahren in Kalkriese bei Bramsche stattfand.

Feldzeichen dienten in der Antike als Orientierungshilfe in der Schlacht und erfüllten in vielerlei Hinsicht kultische Zwecke. Anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Varusschlacht veranstaltete das Museum in Kalkriese einen Aufruf zur Gestaltung moderner Friedenszeichen, die den historischen Feldzeichen nachempfunden waren. Ungefähr 2000 Friedenszeichen waren es, die im Januar dieses Jahres am Museum, aufgepflanzt auf einer Wiese, präsentiert wurden.

„Das war ein imponierendes Bild, das allen, die dabei gewesen sind, nicht mehr aus dem Kopf gehen wird“, erinnert sich Christa Reinschmidt aus Hilter. Sie war eine der vielen Einzelteilnehmer, die sich an der Aktion beteiligt hatten. Ihr Entwurf wurde von der Jury auf den 21. Platz gewählt, ein hervorragendes Ergebnis. Mit anderen aus Hilter stammenden Friedenszeichen hatte es einen festen Platz am Rathaus gefunden, ist aber inzwischen durch Vandalismus zerstört worden. Ein weiterer ausgezeichneter Entwurf aus Hilter kam von Fabian Pille und erhielt den 14. Platz.

Als aussagestärkstes Zeichen der gesamten Aktion wurde das der Realschule Dissen auf den ersten Platz gewählt. Die Kunstlehrerin Felicitas Jüngerhans hatte zusammen mit der Kunst-AG der Schule drei der Standarten angefertigt, wovon das mit dem Titel „Guernica“ siegte. Es ist dem gleichnamigen Gemälde Pablo Picassos nachempfunden, das dieser 1937 unter dem Eindruck der Zerstörung der nordspanischen Stadt durch deutsche Kampfflugzeuge als Antikriegssymbol geschaffen hatte. Gegenwärtig ist das Feldzeichen wegen der Bauarbeiten zur Schulerweiterung eingelagert.

Auch der 2. Preis der Jury wurde in den Südkreis vergeben. Der Wanderverein Teutoburg aus Sentrup hat zwei miteinander in Beziehung stehende Zeichen entworfen. „Achtzehn unserer Mitglieder haben sich für die Aktion begeistern können und an der Entstehung mitgewirkt“, freut sich Vereinspräsident Stefan Jupe über deren Kreativität. Die beiden Friedenszeichen mit den gravitätisch ruhenden Köpfen haben ihren Platz am Wassertretbecken in Sentrup gefunden.

In Bad Laer setzten die Friedenszeichen farbige Akzente im Kurpark. Wer um den Glockensee schlendert, erhält einen guten Eindruck von der Vielfalt der Gestaltungen. Ein malerischer Ort ist auch das efeuumrankte Heimatmuseum. Dort sind die zwei von der Grafikerin Elisabeth Voß ausgeführten Zeichen zu finden. „Das rechte von beiden weist auf die dunkle Seite der Geschichte, den Krieg, hin. Die runde Holzscheibe zeigt außen in der Mitte ein Licht, das die Hoffnung darstellt“, erläutert die Laererin.

In Bad Rothenfelde wurden einige Feldzeichen ebenfalls im Kurgarten aufgestellt. Sie sind in einem internen Wettbewerb an der Schule entstanden. Kunstlehrerin Anja Kirchhoff ist noch heute ganz angetan „vom Engagement und der Kreativität, mit der die Kinder die über drei Meter hohen Zeichen gestaltet haben“.

Auch in Glandorf haben sich Schulkinder an der Aktion beteiligt und eifrig gemalt und gebastelt. Das dort von der Malschule Beate Bardenhauer begleitete Projekt hat eindrucksvoll gestaltete Friedenszeichen hervorgebracht. Neben dem Eingang der Grundschule stehen zwei der ausdrucksstarken Friedenssymbole und schauen zuversichtlich in die Zukunft.