Vermischtes Eine Zeitreise zu Fuß

17.07.2009, 22:00 Uhr

Die zweite Wanderung in diesem Sommer führt uns östlich von Neuenkirchen i.O. auf einer etwa siebeneinhalb Kilometer langen Route durch die abgelegenen Dörfer Astrup und Wahlde, die bis heute mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern, den alten Dorfstraßen und kleinen Teichen ein Flair wie aus Urgroßmutters Zeiten vermitteln.

Startpunkt ist der große Wanderparkplatz an der K277, aus Neuenkirchen der Beschilderung zur Clemens-August-Klinik folgend direkt hinter der Autobahnbrücke. Zunächst bleiben wir auf dieser Seite der Hauptstraße und steigen am Waldrand einige Treppenstufen hinauf. Unsere Route stimmt auf dem ersten Wegesabschnitt mit der beschilderten Wanderroute „3“ überein. Nach links können wir über eine hügelige Pferdekoppel auf die Autobahn blicken, bis uns die Markierungen in den Wald führen, zum riesigen Aussichtsturm. Von der aus dicken, vertrauenswürdigen Holzbohlen bestehenden Plattform fast 100 Stufen über dem Erdboden aus lassen wir den Blick über die Baumwipfel in die Ferne schweifen. Mithilfe einer Landkarte lässt sich von hier aus spekulieren und rätseln, welche Ortschaften zu sehen sind und was hinter dem Horizont liegen mag.

Nun führt uns die Route östlich vom Parkplatz über die Hauptstraße, in den gegenüberliegenden Kiefernwald. Hell scheint die Sonne durch die hohen, gerade gewachsenen Stämme. Disteln und dichte Brombeerranken grenzen den Weg rechts und links ab. Dutzende Schmetterlinge und Falter lassen sich von den Blüten anlocken. Nur noch wenige Meter, dann gelangen wir am Waldrand an und blicken über ein frisch geerntetes Stoppelfeld. Hier halten wir uns links, bis zur Teerstraße, wo das Café Wahlde den einen oder anderen Wanderer zu einer Stärkung anlockt. Der Straße folgen wir nach rechts, um bei nächster Gelegenheit wieder nach rechts abzubiegen. Wir folgen nun einem Trimmpfad, dessen fest installierte Geräte wie „Ringe“ und „Hangelbahn“ an anstrengende Sportstunden in der Schule erinnern.

Nach gut einem halben Kilometer gelangen wir auf eine Teerstraße, auf die wir nach rechts abbiegen, um sie sofort wieder nach links in einen von Tannennadeln gepolsterten Waldweg zu verlassen, der bald darauf auf offenem Feld in einen Schotterweg übergeht. Weiß strahlt rechts der Vördener Kirchturm hinter den Feldern. Wir folgen dem Schotterweg immer weiter bergab, passieren ein einsam gelegenes Haus und folgen dort der Teerstraße nach rechts. An der T-Kreuzung geht es weiter nach links, dann folgen wir – wieder nach links – der Beschilderung Richtung Astrup. Es dauert nicht mehr lange, und wir gelangen auf die gepflasterte Kreuzung im alten Dorfkern. Als wäre er in der Zeit ein Jahrhundert zurückgereist, so kommt es dem Wanderer vor, wenn er die wunderschön erhaltenen und restaurierten Fachwerkgiebel betrachtet. Riesige Bäume spenden Schutz vor Sonne und Regen – und rufen ein Gefühl von Dorfidylle hervor, so als wäre dieser Ort Teil eines Bilderbuchs. Wir folgen dem Hinweisschild geradeaus zum Dorfteich. Beinahe unreal wirkt die von grünen Schwimmpflanzen bedeckte Wasserfläche, an der eine Sitzgruppe mit einem riesigen Mühlstein als Tisch zum Verweilen einlädt.

In einem genau einen Kilometer langen Bogen um einige Bauernhöfe und eine Reitanlage herum setzen wir unseren Weg zunächst auf der Straße am Dorfteich entlang fort und passieren bald weitere Häuser mit wunderschönen Bauerngärten. Erneut überqueren wir den Dorfplatz, bevor wir durch abgelegene Felder und Wiesen zum Schwanenteich gelangen.

Rund um diesen Teich mit seinem glasklaren Wasser stehen weiße Bänke, die an einen Schlossgarten erinnern. Neugierig werden Besucher des Geländes rund um den See sofort von einem wunderschönen schwarzen Schwan begrüßt. Nur schwer kann man sich von diesem Ort losreißen, um das letzte Stück der Wanderung zurückzulegen. Entlang des Seeufers und des Waldrandes führt uns ein Feldweg auf eine Teerstraße, der wir nur wenige Meter folgen, um dann geradeaus auf den Schotterweg zu wechseln, der später in einen Grasweg am Feldrand übergeht. Unser Weg führt uns kurz vor dem Ende der Wanderung an einer Wiese vorbei, auf der genau an diesem Wochenende ein Oldtimer-Trecker-Treff stattfindet.

Erst auf den letzten Hundert Metern, die Autobahnbrücke hinab bis zum Parkplatz, kehren wir beim Rauschen der Autobahn von der Reise in die Vergangenheit zurück in die Gegenwart.