Vermischtes "Ein Ende der Antragsflut ist nicht in Sicht"

21.12.2002, 23:00 Uhr

Inzwischen habe aber die anfängliche Euphorie deutliche Dämpfer erhalten. Von Aufbruchstimmung in der Landwirtschaft sei zum Jahreswechsel kaum noch etwas zu spüren.

Ähnlich wie in großen Teilen der Wirtschaft mache sich vielmehr Resignation breit. Möllers kann das nachvollziehen, kam es doch „knüppeldick“ für die Bauern. Den wid-rigen Sommer mit dem Dauerregen und den damit verbundenen Ernteverlusten hätte die Landwirtschaft sicherlich noch verkraftet. „Dabei blieb es aber nicht“, meint der WLV-Präsident mit Blick auf immer schlechtere politische Rahmenbedingungen. „Mit der Natur haben wir zu leben gelernt. Nachhaltiges Wirtschaften hatte bei uns schon Tradition, als die Politik diesen Begriff noch gar nicht entdeckt hatte“, so Möllers. Nach einer schlechten Ernte sei es auch wieder aufwärts gegangen. Inzwischen hänge aber der Erfolg der 4109 landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Steinfurt längst nicht mehr nur vom Wetter und dem Können der Landwirte, sondern von Berlin und Brüssel ab.

Gerade nach dem 22. September habe es hier noch weitere Hiobsbotschaften gegeben. „Und ein Ende der Auflagenflut ist noch längst nicht in Sicht“, ergänzt Möllers den Jahresrückblick. Aktuell sei die Landwirtschaft in der Veredlungsregion Münsterland von drastischen Preisrückgängen bei Schweinen, Eier, Geflügel und bei der Milch geprägt. Ausweg aus der Misere könnten nur verlässlichere Rahmenbedingungen sein, die auch wirklich über Jahre Bestand hätten, um als Landwirt auch erfolgreich unternehmerisch aktiv werden zu können. Nach Ansicht von Möllers wäre es ein Vorteil, wenn die immense Regelungsdichte, die Gesetzgeber und Behörden der Landwirtschaft auferlegten, wenigstens in aktiven Verbraucherschutz umgemünzt würden.

Trotz aller Verunsicherungen ruft die Steinfurter Bauern auf, auf Grund ihrer fachlichen und unternehmerischen Fähigkeiten mit „Selbstvertrauen und Zuversicht nach vorne zu schauen“. Positiv stimme, dass nach Umfragen des Meinungsforschungsinstituts „Emnid“ die Bauernfamilien in der Bevölkerung viel Sympathien und Vertrauen hätten. ›