Vermischtes Echte Hingucker auch bei Regen

19.07.2009, 22:00 Uhr

Angesichts unsicherer Wetteraussichten heißt die Devise für manchen Oldtimer-Freund: umsatteln. So auch für Rudi Wakup. Die 11. Historische Fahrt der Oldtimer-Interessengemeinschaft (IG) Osnabrück wollte der Teilnehmer mit der Startnummer 1 eigentlich mit seinem Hupmobile Twenty von 1909 bestreiten. Doch auch sein Ford T von 1923 war ein Hingucker.

80 Fahrzeuge waren schließlich bei der Fahrt „Rund um Osnabrück“ dabei. In diesem Jahr gab es bei der Tour erstmalig Startplätze für Kurzentschlossene. Dadurch wurde das Feld durch einige „interessante Vorkriegsfahrzeuge“ erweitert, sagt Harry Schlei von der Interessengemeinschaft. So ist noch ein Plymouth PE von 1934 mit am Start. Viel Wert legen die Initiatoren auf ein „bunt gemischtes Teilnehmerfeld mit möglichst vielen Autos bis Baujahr 1939“, so Vorsitzender Wolfgang Schulz.

In diese Kategorie fällt ohne Zweifel der Ford T von Rudi Wakup. In seiner Heimatstadt Marl wollte er eigentlich sein Hupmobile Twenty auf den Anhänger laden. Doch dieses Fahrzeug hat kein Dach und an der Lenkstange lediglich ein Monokel: keine guten Voraussetzungen, um bei Regenwetter an der Fahrt teilzunehmen. Als Alternative hatte Wakup noch einen Buick von 1905. Doch die einzelnen Teile des guten Stücks sind aus Messing gefertigt. „Bei diesem Wetter die falsche Wahl“, sagt der Oldtimer-Freund angesichts der absehbaren Notwendigkeit, den Wagen aufwendig putzen zu müssen. Also entschied er sich für den Ford T, den er vor 18 Jahren gekauft hat und mit dem man bis zu 65 Stundenkilometer schnell fahren kann. Darüber hinaus, so der Eigentümer, häufen sich die Probleme mit Lenkung und Bremsen.

In den 80er-Jahren ist Wakup zu seinem Hobby gekommen. Die Schrauberstunden halten sich mittlerweile in Grenzen. „Wenn ein Auto erst einmal richtig aufgebaut ist, dann macht man nur Kleinigkeiten“, sagt er.

Start- und Zielpunkt ist das Piesberger Gesellschaftshaus an der Glückaufstraße. Ein Blick auf die Nummernschilder verdeutlicht das „unglaubliche Einzugsgebiet“ der Veranstaltung, wie Stefan Rösler von der IG sagt. Besonders vertreten ist der norddeutsche Raum, es sind aber auch Teilnehmer aus den Niederlanden oder aus Großbritannien angereist. Gestaffelt nach sechs Baujahrklassen sowie einer Klasse für Motorräder und Gespanne, absolvieren die Teilnehmer eine rund 110 Kilometer lange Strecke, auf der sie auch verschiedene Aufgaben lösen müssen. Dazu gehören die altbewährten Gleichmäßigkeitsprüfungen, bei denen sie zum einen auf diesmal 2145 Metern eine bestimmte Geschwindigkeit einhalten und zum anderen zwölf Meter in genau zehn Sekunden zurücklegen müssen. Eine weitere Aufgabe ist das Erkennen von Autokennzeichen, zum Beispiel die Abkürzung MKK. Die steht für Main-Kinzig-Kreis.