Vermischtes Dosenbier im Ausverkauf solange der Vorrat reicht

19.12.2002, 23:00 Uhr

Januar wird das vom Bund lang geplante Dosenpfand eingeführt. Das Bundesverwaltungsgericht urteilte jetzt eindeutig für diesen Pflichtobulus auf Dosen und Einwegflaschen. Die Supermarkt-Ketten Aldi und Lidl haben derweil auch in Osnabrück mit einem Ausverkauf solcher Getränke begonnen. Damit will man noch vor Jahresende alle dann pfandpflichtigen Waren zunächst aus den Regalen haben.

Mit der Entscheidung des Gerichts in Leipzig ist eine der letzten Hürden zur Einführung beseitigt. Sie sieht 25 Cent Pfand für Dosen und Einwegflaschen mit Bier, Mineralwasser und sonstigen kohlesäurehaltigen Getränken sowie 50 Cent für Flaschen ab 1,5 Liter Inhalt vor. Die Aldi-Kette senkte ihre Preise bereits am Donnerstag erheblich. So kostete eine Halbliter-Dose Pils statt 29 nur noch 19 Cent, der Sechser-Träger Bier 1,20 statt vorher 1,89 Euro. "Die Einkaufswagen sind voller als sonst, die Leute nehmen das Angebot sehr gut an", sagt Helmut Papenbrock, Leiter der Aldi-Filiale an der Martinistraße. Um 15.15 Uhr kam per Telefon eine neue Order von der Zentrale: Alle Preise nochmal runter. Damit kostete der halbe Liter Bier nur noch neun Cent.

Lidl senkte die Preise für diese Getränke ebenfalls am Donnerstag deutlich: gestern wurden sie auf 50 Prozent herunter gefahren. "Schon jetzt sind fast alle Paletten leer, die Nachfrage ist enorm", weiß der Leiter der Filiale an der Hannoverschen Straße, Mischa Unger. Wie Lidl das Pflichtpfand an die Kunden weitergeben wird, wurde noch nicht öffentlich verlautbart. Aldi indes will bis zur Einführung einer bundeseinheitlichen Regelung die pfandpflichtigen Getränke mit Etiketten kennzeichnen und lediglich eigene Verpackungen zurücknehmen. Weil Bier nicht in Plastikflaschen verkauft wird, müssen Biertrinker bei Aldi zukünftig ganz auf den Gerstensaft verzichten.

In den Filialen wirbt man unterdessen mit Plakaten: "Bitte bevorraten sie sich. Verkauf nur, so lange der Vorrat reicht." Schließlich will man "aus dem Schneider sein", wenn etwa der NABU ab dem 2. Januar stichprobenartig Kontrollen in Geschäften unternimmt. Auch, wenn Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner ankündigte, dass man in den ersten beiden Wochen nach der Einführung bei Verstößen kein Bußgeld verhängen wird.