Vermischtes Dorfdrosseln und "drei Wiese ut dat Borgerland"

11.02.2007, 23:00 Uhr

"Wenn es stimmt, dass Lachen gesund macht und hält, müsste man unsere Veranstaltungen eigentlich auf Krankenschein besuchen können", meinte Hubert Westerhoff, Regisseur der seit 25 Jahren stattfindenden öffentlichen Sitzungen der Börger Kolping-Narren.

Auch in diesem Jahr waren die drei Veranstaltungen wieder ausgebucht. Und in einem vierstündigen Programm kamen die Besucher einmal mehr voll auf ihre Kosten. Karneval up Hoch un Platt mit viel Lokalkolorit und vor allem ausschließlich von Einheimischen produziert: Das ist seit zweieinhalb Jahrzehnten die erfolgreiche Devise der Börger Kolping-Narren, von denen mehrere von Beginn an dabei sind. Insgesamt 130 Büttenredner, Musikanten und Sänger, Tänzer und Aktionskünstler haben in den vergangenen 25 Jahren die Programme mitgestaltet. Viele haben hinter den Kulissen dafür gearbeitet, dass alles reibungslos "über die Bühne" ging.

Wie gewohnt startete auch das von der Combo der "Hümmlinger Musikanten" musikalisch mitgestaltete Programm im Jubiläumsjahr mit einem rasanten tänzerischen Augenschmaus: Die Tanzgruppe Chicas hielt, was man sich auch diesmal von ihr versprochen hatte. Den ersten Knaller setzten die Gebrüder Martin und Michael Kenning: Als "Duo Mexicana" boten sie eine fernsehreife Gesangsshow. "Die fantastischen Vier", Birgit und Jürgen Schwarte, Bärbel Többen und Tanja Berens, nahmen die Politiker aufs Korn. "Ich liebe sie besonders auf Wahlplakaten: tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen", meinte eine aus dem Quartett. Und das Publikum erfuhr, dass schon die Heiligen Drei Könige Züge der heutigen Politiker getragen hätten: "Sie legten ihre Arbeit nieder, legten schöne Gewänder an und gingen auf Reisen."

Einen erfolgreichen Frontalangriff auf das Zwerchfell starteten Hubert Westerhoff und Manfred Klaas mit "Es saß ein Fischersmann am Strand..." Das Publikum lachte Tränen, als Angler Hubert plötzlich die bildschöne verführerische Nixe Manni aus dem Wasser zog.

Zu den Urgesteinen des Börger Karnevals gehört Adele Möllers. Diesmal kam sie als arbeitslose Putzfrau und klagte: "Wat is dat doch 'n Spill, wenn man arbeiten schall und gaornich will." Garanten für deftigen Hümmlinger Humor sind seit vielen Jahren "Whisky-Willi un Schnaps-Sigi" (Monika Müller und Marlies Kremer). Ihre örtliche Beobachtung: "Well de Aufforderung 'Bei Alkohol Hände weg vom Steuer' strikt befolget, föhrt in 'n Schloot".

Nicht wegzudenken aus dem Börger Karneval sind auch "Die Dorfdrosseln" (Mechthild Westerhoff und Rita Klaas). Sie nahmen das Publikum mit auf eine Fahrt durch die "Borger Walachei" und erklärten dabei, dass Frauen doch die besseren Autofahrer seien. Allerdings quälte sie die Frage: "Wie soll ich das dritte Pedal betätigen, wenn ich doch nur zwei Füße habe?"

Keinen einheimischen Amtsträger ungeschoren ließen die "Drei Wiesen ut das Borgerland". Und als Programmlotse Alois Hackmann als "Use Orleid" in die Bütt stieg, erkannte so mancher sich und andere wieder. Das Männerballett setzte einen "umwerfenden" Schlusspunkt unter ein Programm, das am Samstagabend vom NDR-Hörfunk aufgezeichnet wurde.