Vermischtes Dissen: Urlaub angezahlt - Geld weg! Kunden betrogen?

01.07.2009, 15:05 Uhr

Sommer, Sonne, Reisezeit: die schönsten Wochen des Jahres. Für eine ganze Reihe von Kunden eines Dissener Reisebüros ist der Traum vom Urlaub allerdings geplatzt wie eine Seifenblase. Statt Urlaubsfreude trauern sie ihrem Geld nach, denn der Geschäftsinhaber hat sie offenbar betrogen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Die Masche war offenbar immer die Gleiche: Der Inhaber des Reisbüros verlangte von seinen Kunden bei der Buchung eine stattliche Anzahlung der Reisekosten mit der Begründung, dass die Reise dadurch erheblich preiswerter werde. Doch anstatt die Summe umgehend an die Reiseveranstalter weiterzuleiten, verschwand das Geld in unbekannten Kanälen.

Eine Frau aus Georgsmarienhütte wurde so beispielsweise um 2000 Euro geprellt. Sie wollte im Oktober mit ihrem Enkel in ein Fünf-Sterne-Hotel in die Türkei fliegen. Bereits im Januar wurden Kataloge gewälzt: „3100 Euro sollte die Reise kosten“, berichtete die Kundin, die nach eigenen Angaben bislang mit der Agentur in Dissen immer zufrieden gewesen ist.

Mit dem Hinweis, dass man die Reise für 2000 Euro anbieten könne, wenn der Betrag gleich überwiesen werde, zahlte die Geschädigte den Betrag umgehend. Durch einen Zufall habe sie dann vor rund zwei Wochen erfahren, dass es in dem Reisebüro Unstimmigkeiten geben soll: „Ich habe dann bei der TUI angerufen und unsere Vorgangsnummer genannt und so erfahren, dass die Reise storniert worden sei“, schilderte die GMHütterin.

Und dies war wohl kein Einzelfall: Vielmehr sei eben diese Reise gleich 14- mal gebucht und wieder gestrichen worden.

Die fünfte Kompanie des Schützenvereins Dissen hatte zehn Jahre lang gespart, um sich vier Tage Cala Ratjada auf Mallorca zu gönnen. Die Vorfreude der elf Schützinnen wurde jedoch getrübt, als sich herausstellte, dass das Reisebüro lediglich eine Anzahlung, nicht aber den vollen Reisepreis an den Veranstalter weitergeleitet hatte. 4000 Euro fehlten.

Es folgte eine Anzeige bei der Polizei. 4000 Euro zahlten die geprellten Damen dann nochmals drauf, um doch noch auf die spanische Insel fliegen zu können. Einen ähnliche Fall soll es auch in Verbindung mit einer Fußballmannschaft gegeben haben.

Ein Sprecher der Polizei Dissen erklärte auf Anfrage, dass gegen den Inhaber „eine ganze Menge“ von Anzeigen vorliegen. Auch Alexander Retemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, bestätigte laufende Ermittlungen gegen den Dissener Geschäftsinhaber; über das Ausmaß des Schadens konnte er noch keine Angaben machen.

Das Reisebüro ist mittlerweile geschlossen. Der Inhaber hat sein Verhalten am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung bedauert: „Es tut mit wirklich sehr leid, dass es so weit gekommen ist und ich das Reisebüro schließen musste. Das war nicht gewollt, ich bin zutiefst bestürzt und traurig, aber es gab keine andere Chance für mich.“