Vermischtes „Diesen Auftritt vergesse ich nie “

05.07.2009, 22:00 Uhr

Er outet sich offen als Mathe-Honk (Hauptschüler ohne besondere Kenntnisse), als wehleidiger Hypochonder, und er mischt sich gern unters Volk – der Bielefelder Comedian und Entertainer Ingo Oschmann. Zum Auftakt des Schützenfestes in Heidland-Strang begeisterte er als Allein unterhalter zum Anfassen rund 300 Gäste im Schützenzelt .

„Wunderbar – es ist ja so“ ist das Programm, mit dem der Bielefelder derzeit durch die Gegend tourt. Im Fokus steht das Leben, wie es nun mal ist. „Ich rede nicht über die Frisur von Angela Merkel, dazu ist bereits alles gesagt, was gesagt werden kann“, machte der Entertainer gleich zu Beginn seiner fast dreistündigen Show deutlich, dass seine Themen hausgemacht sind. „Ich erzähle aus meinem Leben“, so Oschmann.

Der 39-Jährige gab Auszüge aus seinem Leben auf der Bühne mit spannenden Höhepunkten, aber auch peinlichen Pannen preis, erzählte von seinen Urlauben und erinnerte sich an seine Kindheit und Jugendzeit. „In den 80er-Jahren taugten die Vorbilder noch was“, seufzte er. McGyver habe aus einem Bleistift ein U-Boot bauen können, Paris Hilton könne das Wort U-Boot nicht mal schreiben. „Die 80er hatten noch Werte“, stellte Oschmann weiter fest und erinnerte sich an seine erste mühsam zusammengesparte Schallplatte. „Jugendliche von heute könnten sich an ihren ersten Download bestimmt nicht erinnern“, sagte er. Der Entertainer schwärmte von echten Fotos, auf die man über eine Woche warten musste, von der guten alten Musikkassette, die man nach regelmäßigem Bandsalat mit einem Bleistift wieder aufwickeln musste, und an Leggings und Stulpen, die damals einfach ein Muss waren. „Wir brauchten keine X-Box, keine Playstation und auch kein Internet – wir hatten Freunde“, sagte er und sprach damit vielen Anwesenden aus der Seele.

Immer wieder suchte der Entertainer das Gespräch mit dem Publikum, forderte die Gäste mit kecken Sprüchen heraus und holte den ein oder anderen für verblüffende Zaubertricks sogar auf die Bühne. „Ich bin wie eine Umwälzpumpe: Was ihr auf die Bühne gebt, kommt dreifach zurück.“

Die Damen und Herren im Zelt ließen sich nicht lange bitten und waren von Anfang an voll dabei. Nachdem sie dem Künstler allerdings Dresden als Lieblingsurlaubsort, Grünkohl als Lieblingsessen und die Sechs als Zahl zwischen 50 und 90 präsentiert hatten, stellte der perplexe Bielefelder fest: „Diesen Auftritt hier bei euch werde ich nie vergessen.“

Als Zugabe verblüffte der Comedian als Mathematikwunder und stellte in 98 Sekunden ein magisches Quadrat auf, in dem die Zahlen in sämtlichen Zeilen, Spalten und Diagonalen die Quersumme 93 ergaben. Schützenkönig Norbert Vater-Lippold demonstrierte dabei ganz ungewollt, dass die X-Box-Jugend auch ihre Stärken hat: Der Schützenkönig konnte die Stoppuhr in seiner Armbanduhr nicht bedienen, eine 17-jährige Besucherin musste schließlich mit ihrem Handy aushelfen.