Vermischtes „Die normalen Fahrten reichen längst nicht mehr aus“

24.07.2009, 22:00 Uhr

Jeder kennt es: Man möchte schnell mal in die Stadt oder zum Bahnhof und ruft sich eben ein Taxi. Doch die wenigsten wissen, was hinter einer einfachen Taxifahrt steckt.

Das weiß Karl Mönkemeier umso besser. Letztes Jahr feierte er sein 25-jähriges Dienstjubiläum bei Taxi Stiller und ist somit der dienstälteste Taxifahrer in Bramsche. Er kennt Bramsche und Umgebung ganz genau, und das nicht nur, weil er wie jeder Taxifahrer eine Ortskundeprüfung ablegen musste. Dabei muss der Anwärter seine Straßenkenntnisse bei einem schriftlichen Test unter Beweis stellen.

Vormittags ist er vornehmlich mit Krankenfahrten zum Arzt oder zur Dialyse beschäftigt; normale Fahrten werden eher nachmittags und abends gebucht. „Diese ganz normalen Fahrten reichen längst nicht mehr aus, um alle Taxen zu beschäftigen. Fahrten mit Kleinbussen, Kurierfahrten oder Sonderfahrten müssen schon sein“, erklärt Torsten Stiller, Inhaber der Taxi Stiller GmbH. Ist gerade nichts zu tun, stehen immer Taxis am Markt bereit. Auch am Bahnhof ist Taxi Stiller vertreten. Hier darf aber nur einer von jeder Firma stehen. Koordiniert werden die Taxen von der Zentrale aus. „Wir Fahrer haben es eigentlich sehr einfach, nur die Zentrale hat den wahren Stress. Schlimm ist es an Silvester, wenn alle auf einmal ein Taxi brauchen“, erzählt Stiller weiter.

Die Vorteile des Taxifahrens sieht Mönkemeier in der großen Abwechslung, was sowohl die Fahrtstrecken als auch die Personen angeht. Außerdem kommen immer wieder interessante Gespräche mit Kunden zustande.

So sind auch schon Freundschaften entstanden, und Kollegen munkeln, dass einst sogar einer seine große Liebe in einem Fahrgast gefunden hätte.

Doch es gibt auch immer wieder Gäste, mit denen Mönkemeier ungern fährt: „Dann dauert die Fahrt natürlich gefühlt viel länger als wenn man einen sehr netten Fahrgast hat, aber die Gäste bleiben ja auch nur eine begrenzte Zeit. Da muss man einfach drüberstehen.“

Mit betrunkenen Gästen habe er noch nie Probleme gehabt, solange sie nicht aggressiv geworden seien, sagt er. Oft ärgert sich Mönkemeier aber über Fahrgäste, die für eine Fahrt einen Festpreis ausmachen wollen: „Zum einen ist das gesetzlich verboten, zum anderen haben die meisten Leute völlig verkehrte Preisvorstellungen.“ Gesetzlich festgelegt ist auch der Preis, den Taxen pro Kilometer bekommen. Diesen bestimmt der Landkreis, und die Taxameter, die den Fahrpreis anzeigen, werden alle zwei Jahre geeicht und kontrolliert. Zu ihrer eigenen Sicherheit und auch der ihrer Gäste unterziehen sich die Fahrer zudem alle fünf Jahre Seh- und Reaktionstests.