Vermischtes Die Donau studieren: Donau-Akademie hat viel vor

26.09.2011, 09:28 Uhr

Einen eigenen Studiengang, eine Gesundheitskonferenz und eine Geschichtsausstellung - die Europäische Donau-Akademie (EDA) hat sich ein dreiviertel Jahr nach ihrer Neugründung einiges vorgenommen.

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Anfang 2013 soll ein internationaler Master-Studiengang für die Donauregion entstehen. «Die Region braucht Donaumanager», ist Klemm überzeugt. Mit verschiedenen Universitäten entlang der Donaustaaten wie Ungarn, Serbien oder Österreich soll der Studiengang umgesetzt werden. Ziel sei es, junge Menschen im Hinblick auf die Donauregion mit «Finanzierungskompetenz, Politikkompetenz und Managerkompetenz» auszustatten. Im Rahmen der EU-Donaustrategie habe man den Studiengang auch bereits in Brüssel vorgestellt.

Klemm erzählt von einer alten Wehrmachtsflotte, die die Schifffahrt auf der Donau seit dem Zweiten Weltkrieg in Ungarn und Rumänien blockiere. «Die hat man nicht heben können, es fehlt Geld, und es fehlt Know-how.» Selbst Gelder, die für den Aufbau Südosteuropas bereit stünden, würden nicht abgerufen, weil niemand die Ideen umsetze.

Zurzeit arbeite man an einem Rahmencurriculum sowie einer Prüfungs- und Studienordnung und bespreche sich mit interessierten Partneruniversitäten. Auch Ulm habe Interesse gezeigt. «Ein Semester könnte man in Budapest verbringen, dann ein Projekt in Deutschland umsetzen, und die Abschlussarbeit schreibt man in Bulgarien.»

Mit dem serbischen Novi Sad plant die Akademie eine Wanderausstellung zur prähistorischen Geschichte des Flusses. «Europa ist vor 100 000 Jahren von der Donau aus bewohnbar gemacht worden.» Vom kommenden Jahr an soll die Ausstellung in Schulen und öffentlichen Einrichtungen gezeigt werden.

Die Donau-Akademie finanziere sich aktuell aus Spenden von Unternehmen und Geldern der Baden-Württemberg-Stiftung. Bis Ende 2012 erhalte die Akademie 80 000 Euro. Für die weitere Finanzierung des Studienganges hofft Klemm auf EU-Fördermittel. Zwei hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt die Akademie, dazu kommen Kräfte, die ehrenamtlich oder auf Honorarbasis arbeiten. Auch Klemm ist hauptberuflich Hochschullehrer und Verleger.

«Südosteuropa ist für Deutschland kein aufregendes Thema», bedauert Klemm. Er und seine Mitarbeiter seien viel auf Reisen. «Wir wollen nicht von Ulm aus die Welt verändern, sondern sind vor Ort.» Anders als das Donaubüro, das alle zwei Jahre das Internationale Donaufest ausrichtet und vor allem mit einzelnen Kommunen kooperiert, will man sich ganz auf die Schwerpunkte Bildung, Wissenschaft, Kultur und Gesundheit konzentrieren.

Im kommenden Juli ist eine Donau-Gesundheitskonferenz geplant, bei der sich bis zu 150 Menschen aus den Ländern entlang der Donau über ihre unterschiedlichen Gesundheitssysteme austauschen sollen. «In Rumänien oder der Ukraine gibt es kein Krankenkassensystem, es fehlt an Infrastruktur und Medikamenten.» Doch ausschlaggebend sei: «Man weiß zu wenig darüber.» Veranstaltet werde die Konferenz zusammen mit dem Landessozialministerium.