Vermischtes Die dämonische Seite Cäsars

25.12.2002, 23:00 Uhr

"Julius Caesar" - ARD, Fr. + Sa., 27. + 28. Dezember, 20.15 Uhr Im Jahr 82 v. Chr. fallen der skrupellose Feldherr Sulla (Richard Harris) und sein General Pompeius (Chris Noth) mit ihren Truppen in Rom ein. Die Rache des einst von den Anhängern der Popularen entmachteten Konsuls lässt nicht lange auf sich warten.

Überall hängen schwarze Listen mit den Namen seiner Feinde auf, die für vogelfrei erklärt und somit zum Töten freigegeben werden. Nachdem der damals 18-jährige Gaius Julius Caesar (Jeremy Sisto) seinem Schwiegervater, der ganz oben auf der Todesliste steht, zur Flucht verhilft, landet dieser im Kerker. Aber sein Mut, Sulla die Stirn zu bieten, beeindruckt Pompeius zutiefst. Dieser mahnt Caesar zur Flucht, schließlich habe Sulla nach Caesars Entlassung dessen Ermordung angeordnet.

Der opulente Historien-Zweiteiler (Teil 2 morgen) über Aufstieg und Fall des legendären Feldherrn und späteren Herrschers glänzt nicht nur durch aufwändige Ausstattung, Tricktechnik und eine hochkarätige Besetzung. Regisseur Uli Edel (,,Letzte Ausfahrt Brooklyn") wurde bei seinen langen Recherchen für diese internationale TV-Produktion vor allem ,,klar, dass das in der Schule überlieferte Bild vom triumphalen Feldherrn einer Überarbeitung bedarf".

So setzt dieser Film vor allem Akzente auf Caesars Weg zur Macht. Von seiner Flucht ins Exil über seine triumphalen wie grausamen Eroberungen in Gallien bis zur Ermordung am 15. März im Jahre 44 v. Chr. solle dabei auch ,,die dämonische Seite Caesars" zum Ausdruck kommen, so Edel.

In der Tat glänzt Hauptdarsteller Jeremy Sisto als verschlagen-listiger Machtmensch Caesar mit doppelbödigen Charakterzügen. Aber auch Heino Ferch in der Rolle des gallischen Anführers Vercingetorix, der Caear im Kampf lange die Stirn bietet, überragt durch geradezu wuchtige Präsenz. Die archaischen Schlachtszenen haben ihm wie auch den restlichen Darstellern und Komparsen ein Höchstmaß an Körpereinsatz abverlangt. ,,Ich bin froh, dass ich das überlebt habe", gibt er zu Protokoll. Leider ist Ferch unter seiner zotteligen Maske kaum wiederzuerkennen.

Für Sulla-Darsteller Richard Harris war ,,Julius Caesar" sein letzter Film. Der weltberühmte Darsteller (,,Ein Mann den sie Pferd nannten", ,,Gladiator", ,,Harry Potter und der Stein der Weisen") starb am 25. Oktober 2002 in London. Vor diesem Hintergrund erscheint das ohnehin eigentümlich wirkende Ableben seiner Film-Figur im ersten Teil höchst makaber.