Vermischtes Die Chefin trägt bewusst Uniform

14.07.2009, 22:00 Uhr

Noch zieren die Blumen, die sie zur Begrüßung geschenkt bekam, ihren Schreibtisch, gleichwohl hat sich Andrea Menke schon gut eingelebt: Seit 1. Juli ist die Polizeioberrätin die neue Leiterin des Polizeikommissariats Bramsche, zu dem auch die Station Bohmte gehört.

Frauen bei der Polizei – heutzutage gehören sie ins gewohnte Bild. Das war nicht immer so. Als Menke nach dem Abitur 1985 an die Polizeischule ging, hatte das Land Niedersachsen gerade einmal ein Projekt namens „Frauen in der Schutzpolizei“ abgeschlossen und die Damenwelt für durchaus polizeitauglich befunden.

Die Ickeranerin war insofern fast ein wenig ihrer Zeit voraus, denn den Wunsch, zur Polizei zu gehen, der wohl ihrem ausgeprägten Sinn für Recht und Gerechtigkeit entspringe, habe sie schon als Teenager verspürt. „Hätte es nicht geklappt, hätte ich wohl Jura studiert“, sagt sie.

Nach dem mittleren folgte der gehobene Dienst und damit auch die Rückkehr in die Heimat, wo sie als Kommissarin am Aufbau des Weiterbildungsangebotes „Systemisches Einsatztraining“ in Osnabrück mitwirkte und kurzzeitig die stellvertretende Leitung der Polizeidienststelle Bohmte innehatte. Die nächste Herausforderung war die Ausbildung für den höheren Dienst.

Auch diese schloss Menke erfolgreich ab und wurde 2004 Polizeirätin. Bevor sie nun die Leitung des Bramscher Kommissariats übernahm, war sie Leiterin des Dezernats „Zentrale Aufgaben“ in der Polizeidirektion Osnabrück.

Alles Fulltime-Jobs, die sie mit Familie bewältigt. Die Sorge für die beiden Töchter teilen sich Andrea Menke und ihr Mann, und wenn es terminlich erforderlich ist, springen die Großeltern nur zu gern als „Feuerwehrkräfte“ ein.

Außerdem hätten sich im Laufe der Zeit ja nicht nur die Uniformen verändert, auch das Frauenbild sei im Wandel, und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde bei der Polizei großgeschrieben.

Ganz bewusst trägt Menke übrigens Uniform. „Meines Erachtens sollte die Polizei für die Bürger sichtbar sein, das Vertrauen in die Polizei hat auch ein wenig mit deren gepflegtem Erscheinungsbild zu tun“, sagt sie.

In der Freizeit ist sie am liebsten mit ihrer Familie zusammen und treibt gern Sport. Daneben engagiert sie sich als zweite Vorsitzende des Icker Förderkreises für kulturelle und soziale Bildungsarbeit.

Frauen bei der Polizei – für Andrea Menke nicht nur eine persönliche Erfolgsgeschichte: „In kaum einem anderen Beruf hat man so vielfältige Möglichkeiten, sei es in der Verwaltung, im Einsatzdienst oder in der Lehre – und bei leider steigenden Gefahren im Einsatz einen sicheren Arbeitsplatz obendrein“, wirbt sie für die Polizei.