Vermischtes „Die Bürger wollen einen Discounter“

09.07.2009, 22:00 Uhr

Der Rat der Einheitsgemeinde Rhede hat, basierend auf dem Vorschlag des Einzelhandelsgutachtens der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) Köln, jetzt einstimmig einen „innerörtlichen Entwicklungsbereich“ beschlossen (siehe Grafik). Dieser Bereich ist nun Grundlage weiterer Planungen, um die durch das Gutachten aufgezeigten Potenziale zu nutzen.

Was das konkret bedeutet, erläuterte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Hermann-Josef Gerdes. Nach seinen Ausführungen ist eines der wichtigsten Ziele, den Abfluss von Kaufkraft aus der Gemeinde zu verringern. Daher gelte es, den Bereich Burgstraße sowie die Gewerbegebiete A31 und Spieksee zu „fördern und zu stärken“.

Das Gutachten habe ergeben, dass noch Bedarf für rund 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche bestünde. „Die Bürger wollen gerne einen Discounter“, so Gerdes. Der kann jetzt aber nicht mehr an jeder Stelle gebaut werden. Der jetzt beschlossene Entwicklungsbereich hat nach Darstellung von Gerdes zur Folge, dass großflächiger Einzelhandel nur innerhalb dieses Areals zugelassen werde. Der Verwaltungsbeamte betonte aber, dass der Beschluss nur Neuansiedlungen von großflächigem Einzelhandel betreffe. Mit seinem Votum hat der Gemeinderat zugleich den Plänen für ein Einkaufszentrum nördlich der L52, gegenüber der Avia-Tankstelle, eine Absage erteilt. Dieser Bereich soll laut Beschluss nicht für „nahversorgungs- und zentrenrelevante Einzelhandelsangebote“ genutzt werden.

Innerhalb des Entwicklungsbereiches machte Gerdes drei Standorte aus, an denen laut Gutachten weitere Entwicklung betrieben werden sollte: der Marktplatz, die Zone für Handel und Handwerk entlang der Burgstraße und der vorhandene Markant-Markt.

Das Konjunkturprogramm II löst unterdessen auch in der Gemeinde Rhede zusätzliche Investitionen aus. Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, wie dieses Geld verwendet werden soll. Laut Gerdes ist vorgesehen, dass die Investitionspauschale in Höhe von knapp 147000 Euro in die Turnhalle fließt, die gut 39000 Euro für Schulinfrastrukturmaßnahmen stehen für die Dachsanierung des Werkstättengebäudes bereit, und mit den rund 13300 Euro für die Medienausstattung wird ein größerer Server angeschafft.

Von einer leicht steigenden Besucherzahl im Landwirtschaftsmuseum Rhede berichtete Bürgermeister Gerd Conens dem Gemeinderat. „Wir hatten im ersten Halbjahr 2009 mehr Gäste“, so Conens. Zudem werde die Remise intensiver genutzt, und das Bauerncafé werde sonntags „gut angenommen“. Was indes nicht fruchtet, ist laut Conens das Angebot der Trauungen in dem Gebäude. Dieses soll künftig vom Standesamt stärker beworben werden. In der Planung sei zudem im Herbst oder Winter eine Nachleseausstellung zum 125-jährigen Bestehen des Schützenvereins Rhede.