Vermischtes „Dickes Minus für die Region“

16.07.2009, 22:00 Uhr

Mit einer Reihe von Kritikpunkten reagieren die Unabhängigen Wählergemeinschaften (UWG) im nördlichen Emsland auf die jüngste Stellungnahme von Landrat Hermann Bröring (Ems-Zeitung vom 14. Juli) zum geplanten Kohlekraftwerk in Dörpen.

Brörings Argumenten für das Kraftwerk müsse in allen Punkten widersprochen werden, schreibt UWG-Sprecher Wilhelm Gebken in einer Presseerklärung. Gebken bereitet zurzeit die Gründung eines UWG-Kreisverbandes Aschendorf-Hümmling vor (wir berichteten).

Dem von Bröring genannten jährlich zu erwartenden Auftragsvolumen von zehn Millionen Euro für die mittelständische Wirtschaft im Emsland stehen laut UWG drohende Wertverluste der Immobilien in Dörpen und Umgebung gegenüber. Ziehe man die Verluste in die Kalkulation ein, werde schnell klar, „dass unterm Strich ein dickes Minus für unsere Region herauskommen wird“, so die UWG. Sinkende Immobilienwerte schwächten die regionale Kaufkraft. Dies wiederum würden als Erste die örtlichen Geschäftsleute zu spüren bekommen. Die UWG fordert Bröring auf, „endlich die Notbremse“ zu ziehen.

Darüber hinaus appellieren die Unabhängigen Wählergemeinschaften an den Landrat, sich der Diskussion mit kirchlichen Institutionen und Menschenrechtsverbänden zu stellen. Laut UWG ist die Ausbeutung der weltweiten Kohlelagerstätten eng verbunden mit der Enteignung und Vertreibung der lokalen Bevölkerung sowie mit der Ermordung von Gewerkschaftern und Freiheitskämpfern.

Dem Dörpener CDU-Landtagsabgeordneten und niedersächsischen Justizminister Bernd Busemann hält die UWG indes vor, nie darüber informiert zu haben, „dass Dörpen der Ersatzstandort für ein ehemaliges Zonenrandgebiet werden sollte, obwohl ihm dies mindestens seit 2006 bekannt gewesen sein muss“.