Vermischtes Der Pfarrer der Herzen kehrt nach Glandorf zurück

22.12.2002, 23:00 Uhr

24 Jahre hat er in der katholischen Pfarrgemeinde seines Namenspatrons gewirkt. Jetzt ist Pastor Johannes Underbrink an seine langjährige Wirkungsstätte zurückgekehrt. Zu seinem goldenen Priesterjubiläum bereiteten ihm die Glandorfer am Freitagabend einen würdigen Empfang.

„Es war schon überwältigend“, freute sich der einstige Gemeindehirte über die „Herzlichkeit“, mit der er fünf Jahre nach dem Abschied von seiner Pfarrgemeinde wieder aufgenommen worden sei. Im Frühjahr 1997 trat Underbrink in den Ruhestand und zog mit seiner Schwester Resi nach Emsbüren. Die Glandorfer Christen hatten das Geschwis-terpaar in all den Jahren lieb gewonnen.

Dass er für die meisten Menschen mehr als nur der geistliche Beistand war, war auch bei dem Festgottesdienst und dem anschließenden Empfang im Pfarrheim nicht zu übersehen und überhören. Ob Jung oder Alt, freundliche Worte tönten aus jeder Ecke. „Er war immer nett, sympathisch und hatte stets ein offenes Ohr“, schwärmte eine junge Frau. „Er war einfach Mensch“, sagte sie. Dem pflichtete ihr auch Frau Knappheide aus Glandorf bei: „Alle haben unseren Pastor geliebt“, stellte sie fest. Um dem „Pfarrer der Herzen“ Respekt zu zollen und ihm Glückwünsche zum Jubiläum zu überbringen, hatten sich zahlreiche Gläubige in der St.-Johannes-Kirche zum Festgottesdienst versammelt. Zu den Gästen zählten unter anderem viele befreundete Geistliche, Verwandtschaft, Weggefährten und Bekannte. Der Männer- und Frauengesangverein sowie die Chöre „Crescendo“ und „Sine Nomine“ sorgten mit ihren Liedern für ein gewaltiges Klangvolumen und schöpften die gute Akustik des ehrwürdigen Gotteshauses voll aus. Das Instrumental- und Gesangstrio „Vocalto“ schaffte außerdem ein stimmungsvolles Ambiente.

Pastor Gerhard Stenzaly würdigte Underbrinks lang-jährige Arbeit in der Gemeinde und betonte: „Wir sind dankbar, dass du hier bei uns gewirkt und gelebt hast.“ Mit lang anhaltendem Applaus wurde Pastor Underbrink schließlich am Ende der Messe bedacht. Draußen warteten auf ihn bereits eine Abordnung der Glandorfer Feuerwehr, der Spielmannszug Glandorf-Schierloh und viele weitere Vereinsmitglieder, die den Geistlichen mit einem Fackelmarsch und musikalischer Begleitung zum Pfarrheim geleiteten.

Underbrink war 1973 in die St.-Johannes-Gemeinde berufen worden. Zuvor war er nach seiner Priesterweihe im Dezember 1952 in verschiedenen Gemeinden und Schulheimen im Emsland als Seelsorger und auch Lehrer tätig. In Glandorf schätzten ihn seine „Schafe“ stets wegen seiner freundlichen Art, seines Humors und Engagements. Er war den Menschen stets zugewandt. Diese Gabe setzt er auch weiterhin ein und pflegt zu vielen Glandorfern noch einen engen Kontakt. Für die Zukunft hat er vor allem einen Wunsch, verrät Underbrink: „Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und weiter Kontakt zu den Menschen habe. Den brauche und suche ich.“