Vermischtes Den Gerichten viel Arbeit ersparen

29.07.2009, 22:00 Uhr

Vom Streit am Gartenzaun hat schon jeder gehört, manch einer war vielleicht schon drin verwickelt. Meist lässt er sich aus der Welt schaffen. Doch was, wenn offene Fragen plötzlich nicht mehr bei einem Bierchen in Nachbars Garten geklärt werden können? Dann helfen Schiedsleute – auch in der Samtgemeinde Fürstenau. Hier hat es einige personelle Veränderungen gegeben.

Samtgemeindebürgermeister Peter Selter begrüßte deshalb zusammen mit Bürgermeister Herbert Gans und Franz Kormann vom Ordnungsamt den Schiedsmann Jochen Bohmann, die zukünftige Schiedsfrau Petra Sievers-Over-Behrens aus Hekese, den Direktor des Amtsgerichtes Oliver Sporré und den Vorsitzenden des Bundes deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen Clemens Dust. Für seine ehrenamtliche Tätigkeit, die Jochen Bohmann aus Berge fünf Jahre lang ausgeübt hat, erhielt er zum Abschied eine Urkunde der Justizverwaltung Niedersachsens, die ihm Oliver Sporré überreichte. „Sie sorgen dafür, dass Streitigkeiten nicht eskalieren“, betonte er. Clemens Dust bedankte sich unterdessen bei seinem ehemaligen Kollegen mit „Streitschlichter-Stückchen“. Auch Peter Selter hielt ein Präsent bereit – einen Blumenstrauß.

Warum Schiedsleute heute wichtiger denn je sind? Ganz einfach. Sie entlasten die Gerichte, wenn es beispielsweise um Beleidigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch oder Verletzung des Briefgeheimnisses geht. Die Schiedsleute schaffen es oft, nachbarliche Streitigkeiten zu schlichten, bevor sie endgültig aus den Fugen geraten und vor Gericht verhandelt werden müssen.

Vorteil der Klärung von Streitigkeiten durch Schiedsleute sind die meist kürzere Bearbeitungsdauer und die kostengünstigere Lösung im Vergleich zu einer Gerichtsverhandlung, da die Schiedsleute ehrenamtlich tätig sind. Die Erfolgsquote der Schlichtungsverfahren liegt laut dem Bund deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen bei 50 Prozent.

Doch trotz aller Bemühungen kommt es natürlich vor, dass die Streitsituation schon zu verfahren ist und eine Gerichtsverhandlung nicht mehr vermieden werden kann. Dann bekommen die Streitparteien eine Bescheinigung, die beim Amtsgericht vorzulegen ist. Dort wird dann entschieden, wie es weitergeht.