Vermischtes Das Kunstwerk ist wieder da

26.07.2009, 22:00 Uhr

Meisterdetektiv Hercule Poirot, übernehmen Sie! Mitte Mai sind am Rubbenbruchsee zwölf Edelstahlsäulen des Kunstwerkes „Trabant“ spurlos verschwunden. Aufgrund des wertvollen Materials der Objekte vermuteten die Organisatoren des Kunstprojektes seinerzeit Schrottdiebe als Übeltäter. Mitnichten, wie sich jetzt herausstellte – allerhöchstens geläuterte Kunstfreunde. Denn die Objekte sind wiederaufgetaucht: ordentlich in einen Pappkarton verpackt, inmitten eines Blumenfeldes in der Nähe des Tatortes.

So jedenfalls fand Georg Riemann vor einigen Wochen die säuberlich abgeflexten Schilder nebst Haltestangen auf dem Grund und Boden des Landwirtes Heiner Kolkmeier. Guten Willens, die geraubten Kunstwerke ihrem angestammten Besitzer zurückzugeben, wandten sich die beiden ehrlichen Finder an das städtische Grünflächenamt. „Nach etlichen Telefonaten und Hin-und-her-Verbinderei“, so Heiner Kolkmeier, habe sich das Grünflächenamt für nicht zuständig erklärt und an die Kulturabteilung verwiesen.

Aber auch da sei es nicht wirklich weitergegangen, berichtet Riemann von einer weiteren Telefon-Odyssee. Letztlich habe sich zwar jemand des Anliegens angenommen, zugleich aber erklärt, die Stadt sei für die Angelegenheit nicht zuständig. Nichtsdestotrotz habe dieser jemand, an dessen Namen sich Riemann nicht mehr erinnert, allerdings zugesagt, die Zuständigen vom Auftauchen der Kunstwerke zu informieren, auf dass diese sich bei den Findern melden mögen. „Das ist bis jetzt nicht passiert, nach mehr als einer Woche“, ärgert sich Riemann. Auch Kolkmeier, der sich in seiner Not an unsere Zeitung wandte, wundert sich über das vermutete Desinteresse: „Will denn keiner die Kunstwerke wiederhaben? Wenn die keiner abholt, stellen wir sie einfach bei uns im Garten auf.“

So weit wird es wohl nicht kommen müssen, denn Dagmar von Kathen, Leiterin der städischen Kulturabteilung, brachte Licht ins Dunkel: Die Stadt sei wirklich nicht zuständig, da das Kunstprojekt von einem externen Träger, dem Verein „Topos“, organisiert worden sei. Gleichwohl habe jemand aus ihrer Abteilung den Verein über die aufgetauchte Kunst informiert. Wie ihre hausinternen Recherchen ergeben hätten, habe ein Topos-Mitarbeiter in der vergangenen Woche auch versucht, Herrn Riemann telefonisch zu erreichen – allerdings vergeblich. Zurzeit sei der Vereinsverantwortliche im Urlaub und werde sich danach bei den ehrlichen Findern melden: „Es wird alles geregelt.“

Heiner Kolkmeier ist sich indes sicher, dass er sich in einem ähnlichen Fall nicht noch einmal an die Stadt wenden würde, sondern direkt an die Polizei: „Die haben den Fall damals schließlich auch aufgenommen. Hinterher ist man immer schlauer.“ Nun, da die verschollene Kunst wiederaufgetaucht ist, bleibt der Polizei wohl nur noch, den Täter dingfest zu machen und ihm das Motiv zu entlocken.