Vermischtes „Das ist wie tot“

27.07.2009, 22:00 Uhr

Sie sind stinksauer, die Einzelhändler an der Osnabrücker Straße in Hagen. Seit gestern Morgen leben sie wie auf einer einsamen Insel. Bauarbeiten an der Kreisstraße haben Blumenhändler, Kfz-Betrieb, Bettenhaus und Bäcker von der Außenwelt abgeschnitten. „Das ist wie tot“, sagt Wilhelm Fliße vom Blumenhaus Reuter.

Eine Kundin hatte sich bis gestern Mittag in sein Geschäft durchgekämpft. Die Bestellungen für eine goldene Hochzeit hat Fliße ausgeliefert. Danach war Ruhe – Totenstille eben. Sein Kollege vom Bettenhaus hat sein Geschäft gleich ganz geschlossen, und der Bäcker kann den Ofen eigentlich auch auslassen. „Wenn wir wenigstens früher Bescheid gewusst hätten“, kritisiert Fliße die seiner Meinung nach mangelhafte Informationsarbeit des Kreises und der Baufirma.

Erst am Freitag war den Anliegern die Vollsperrung der Straße per Handzettel angekündigt worden. Viel zu spät, findet Fliße. Wäre die Sperrung vorher bekannt gewesen, hätte man sich mit Verkaufswagen über die vier Tage retten können. Jetzt aber müssen er und seine Kollegen mit Umsatzeinbußen weit jenseits der 50 Prozent leben.

Ein Sprecher des Landkreises verweist auf Verzögerungen bei der Antragstellung für die Verkehrsschilder während der Bauphase. Die Kreismitarbeiter hätten erst Anfang vergangener Woche das Fax mit dem endgültigen Antrag erhalten, diesen dann aber auch sofort genehmigt. Man habe sich zudem Mühe gegeben, die Sperrung in die Ferien- und damit in eine ohnehin ruhige Zeit zu legen.

Zudem sei es technisch unmöglich gewesen, eine Vollsperrung zu verhindern. Die Straße sei zu schmal, um die Asphaltarbeiten je einzelne Fahrspur durchzuführen, was eine jeweils halbseitige Sperrung möglich gemacht hätte.

Ein Mitarbeiter der Firma, die die Beschilderung in Auftrag hatte, bestätigte gestern, dass es gerade auch durch die technischen Gegebenheiten zu Verzögerungen bei der Entscheidung über den Verkehrsfluss während der Bauarbeiten gekommen sei. Wer letztendlich dafür verantwortlich sei, dass die Anlieger erst so spät von der Vollsperrung erfuhren, vermochte aber auch er nicht zu sagen. Die müssen jetzt mit der Situation leben und können wie Wilhelm Fliße nur darauf hoffen, dass die Arbeiten möglichst schnell erledigt werden.