Vermischtes CDU unter Beschuss

30.07.2009, 22:00 Uhr

Mit den Harenern wollte die Bürgerinitiative (BI) Saubere Energie Dörpen ins Gespräch kommen. Gesprochen haben bei der Informationsveranstaltung der BI in Haren fast ausschließlich Politiker der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen. Sie haben, wie ganz offen erklärt wurde, die nächsten Wahlen im Blick.

BI-Vorstandsmitglied Bernd Albers verlangte von Landrat Hermann Bröring, dieser solle sich zunächst bei der BI entschuldigen, ansonsten könne man mit ihm nicht mehr reden. Der CDU warf er vor, die Entscheidung über die Kraftwerkspläne über die Köpfe der Bürger hinweg zu fällen. Sein Vorstandskollege Frank Klaß sieht die CDU im Emsland grundsätzlich als Bremser bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Im Kreisgebiet werde das Repowering, der Ersatz von bestehenden Windrotoren durch leistungsfähigere Anlagen, erschwert. Er sprach von einem festen Pakt der CDU mit den alten Energieindustrien.

Der BI-Vorsitzende Jan Deters-Meissner sieht die Harener vor die Alternative gestellt, dass entweder ein Ro-torenwerk am Eurohafen gebaut wird oder ein Steinkohlenkraftwerk in Dörpen. Denn der Auricher Unternehmer Aloys Wobben hatte bei einer Veranstaltung der BI in Sögel erklärt, Enercon werde auf den Standort Haren verzichten, sollte in Dörpen ein Kohlekraftwerk gebaut werden. Bis zu 1000 Arbeitsplätze in Haren könnten entstehen, hatte die Firma Enercon angekündigt.

Gerd Henkel (UWG) forderte eine Bürgerbefragung in Dörpen und kritisierte, dass der Landrat die UWG-Forderung nach einer Energiekonferenz für das Emsland abgelehnt hat. Günter Pletz (UWG) sagte, der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Heinrich Hövelmann und der Landrat zeigten ein fragwürdiges Politikverständnis. Ilona Rolfes (UWG) rief zur Solidarität mit den Kraftwerksgegnern auf.

Johannes Held (Grüne) kündigte eine gemeinsame Resolution mit der SPD im Harener Stadtrat gegen das Kraftwerk und für den Bau der Windrotorenfabrik an. Bundestagskandidat Tammo Lenger (Grüne) schlug vor, eine Bürgerbefragung in Haren zu organisieren. Dr. Maria Feige-Osmers (Grüne) riet zum Wechsel zu alternativen Stromanbietern.

Der SPD-Bundestagskandidat Keno Borde nannte es vorbildlich, was die BI in der Region bewirkt. Ulrich Wilde (SPD) sagte, er hoffe auf eine starke Mehrheit im Rat für die angekündigte Resolution.