Vermischtes CDU: Ehrenamtliche Strukturen in der Stadt müssen erhalten bleiben

03.12.2002, 23:00 Uhr

Die Lingener CDU wird es nicht zulassen, dass wegen der finanziell schwierigen Lage der Stadt Lingen ehrenamtliche Strukturen in der Stadt zerschlagen werden. Das unterstrichen übereinstimmend führende Vertreter des Stadtverbandes und der Fraktion in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Daran nahmen teil: Die Erste Bürgermeisterin Ursula Ramelow, der Zweite Bürgermeister Günter Lobenberg, die Stadtverbandsvorsitzende Swenna Vennegerts, Fraktionsvorsitzender Werner Schlarmann, sein Stellvertreter Hermann Gebbeken und Ratsherr Jürgen Boss.

Nach Auffassung der Christdemokraten kann es nicht angehen, dass bei aller Notwendigkeit zur Haushaltsdisziplin die mit viel Mühe aufgebauten gesellschaftlichen Strukturen unwiederbringlich zerstört werden, nur um damit vergleichsweise wenig einzusparen. Die CDU-Politikerinnen und -politiker verwiesen auf das ausgeprägte Vereinsleben in der Stadt, dessen soziale Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Stiftungen seien beim Erhalt dieser Strukturen von herausragender Bedeutung. ,,Wir müssen es schaffen, die Kultur des Helfens in der Stadt zu erhalten", hob Frau Ramelow hervor.

Mit Blick auf die verschlechterte Haushaltslage, die Bund und Land der Stadt aufgezwungen hätten, erklärte Werner Schlarmann: ,,Die Frage wird sein, wo die Grenze für eine Verschuldung liegt, die die Stadt noch verantworten kann."

Entschieden widersprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Mutmaßungen, durch das Großprojekt ,,Dienstleistungs- und Technologiezentrum IT-EL" im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk würden andere Maßnahmen in Lingen zu kurz kommen. Die Christdemokraten versprechen sich von der Verwirklichung des Großprojekts vielmehr einen Schub für die Entwicklung der ganzen Stadt. ,,Es ist wichtig, dass sich viele Firmen an Ig künw ätdemokraten die Notwendigkeit, trotz der angespannten finanziellen Lage in den Anstrengungen für die pädagogische Kinder- und Jugendarbeit nicht nachzulassen. Frau Vennegerts: ,,Wir müssen aber zu Synergieeffekten kommen." Notwendig seien Vernetzungen, bessere Organisation und effektivere Steuerung. Die CDU hatte die Verwaltung bereits in der Klausurtagung in Aselage im vorigen Monat dazu aufgefordert, übersichtliche Informationen über alle derzeitigen Angebote und Konzepte zu erstellen, um dann in einem zweiten Schritt ein Gesamtkonzept zur pädagogischen Kinder- und Jugendarbeit zu erstellen.

Allein schon aus demografischen Gründen wird die Altenpolitik in der Stadt immer wichtiger. Die Verwaltung ist deshalb beauftragt worden, in Zusammenarbeit mit den anderen Akteuren in der Altenarbeit wie dem Landkreis, dem St. Bonifatius-Hospital und weiteren freien Trägern eine Konzeption zu entwickeln, die die notwendigen Handlungserfordernisse aufgreift.

Von der gegenwärtig gedrückten Stimmung in Deutschland lassen sich die Menschen in Lingen nach Einschätzung von Ursula Ramelow und Günter Lobenberg übrigens nicht anstecken. Lobenberg: ,,Die Lingener sind stolz auf ihre Stadt." Dazu hätten die Bürgerinnen und Bürger auch allen Grund, unterstrich Frau Ramelow mit den Worten: ,,Die Gäste sagen immer wieder: Was habt ihr doch für eine schöne Stadt."