Vermischtes Bürger wehren sich gegen Hähnchenmastanlage

14.07.2009, 22:00 Uhr

Der geplante Bau von acht Hähnchenmastställen mit zusammen rund 350 000 Plätzen an der Straße Drift in Bockholte (wir berichteten) sorgt bei den Anwohnern für Unmut.

Unter ihnen befinden sich auch mehrere Landwirte, die in diesem Projekt nicht den notwendigen Wachstumsschritt eines Landwirtes sehen, sondern „reine Agrarindustrie“, die ihre eigenen Erweiterungsmöglichkeiten beschneidet. Mittlerweile sind die Anwohner aktiv geworden. Sie haben damit begonnen, in der Gemeinde Bockholte Unterschriften gegen das Vorhaben zu sammeln. Wie Silvia Lammers berichtete, haben mittlerweile 280 Bürger mit ihrer Unterschrift gegen die Mastanlage votiert. Damit lägen zurzeit aus 130 der gut 180 Haushalte Unterschriften vor. „Die Aktion läuft aber noch weiter“, betonte Lammers.

Die Anwohner legen Wert darauf, dass sie nicht auf Krawall oder Polemik aus sind. Sie wollen nach eigenem Bekunden das Projekt verhindern, doch den „Ball flach halten“. Ihre Argumente sind indes vielfältig. Johannes Jansen, selbst Landwirt, sieht in der Größe der Anlage zum einen das „Ende der bäuerlichen Landwirtschaft“ und zum anderen eine große Quelle für Geruchs- und Staubbelastungen. Andreas Wilken, ebenfalls Landwirt, kündigt an, dass man sich mit dem investierenden Landwirt aus Rastdorf treffen will, um sich über die geplante Mastanlage auszutauschen. Wilken hegt den Verdacht, dass hinter dem offiziellen Bauherrn Investoren aus den Niederlanden stehen. „Das ist aber nicht beweisbar“, räumt er ein.

Für Heinz Weß, Mitglied im Werlter Gemeinderat, steht fest: „Wir wollen die Ställe nicht haben.“ Er verweist darauf, dass diese Position auch von Landwirten mit Tierhaltung vertreten werde. Bislang habe sich in Werlte die Standortsuche für bauwillige Landwirte als ein sinnvolles Miteinander zwischen Bauer und Verwaltung erwiesen. „Es ist schade, dass das nun verloren geht.“ Die Zahl der Bedenken ist aber noch größer. Stichworte wie erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Straße Drift, steigendes Seuchenrisiko und die Nähe eines Wasserschutzgebietes verdeutlichen die Sorgen.

Ob der Protest Erfolg haben wird, ist offen. Die Bürger wissen um die aus ihrer Sicht ungünstige Rechtslage in der Baugesetzgebung. Weitere Unterschriften jedenfalls werden zunächst gesammelt und anschließend an die Gemeinde beziehungsweise den Landkreis als zuständige Behörde weitergeleitet.