Vermischtes Brunnenwasser zum Teil stark mit Nitrat belastet

30.07.2009, 22:00 Uhr

Die Besatzung des Laborschiffes Reinwasser, das kürzlich im Bramscher Hafen Station gemacht hat, hat zum Teil hohe Nitratwerte im Wasser privat genutzter Brunnen gefunden. 128 Milligramm Nitrat pro Liter fanden die Gewässerschützer bei ihren Messungen in einem privaten Brunnen in Pente.

Weitere stark belastete Brunnen stellte die Besatzung auch in Sögeln mit 129 Milligramm Nitrat pro Liter und in Epe mit 119 Milligramm fest. Das Grundwasser, so teilt der Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR Gewässerschutz) mit, sei bei solchen Belastungen nicht mehr zum Trinken geeignet, darüber hinaus könne es beim Bewässern im Garten auch zur Nitratanreicherung in verschiedenen Gemüsesorten kommen.

Weitere übermäßig mit Nitrat belastete Brunnen fanden die Umweltschützer auch in Hesepe mit 93 Milligramm Nitrat pro Liter und in der Gartenstadt mit 72 Milligramm.

Die Umweltschützer an Bord des Laborschiffs Reinwasser untersuchten insgesamt 48 Brunnenwasserproben aus dem Raum Bramsche, Mettingen und Wallenhorst.

In über einem Viertel der untersuchten privat genutzten Brunnen lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes für Trinkwasser, den die Weltgesundheitsorganisation mit 50 Milligramm pro Liter angibt.

Zwar müssen private Hausbrunnen gemeldet werden, sofern das Wasser aber nicht als Trinkwasser genutzt wird, sind die Brunnen nicht überwachungspflichtig, erläutert ein Landkreissprecher auf Anfrage. Insofern interessiert ein zu hoher Nitratwert erst bei einem Trinkwasser-Brunnen. Dann muss das Wasser eine bestimmte Qualität haben und muss jährlich auf Bakterien sowie alle drei Jahre auf chemische Verunreinigungen untersucht werden.

Für weitere Untersuchungen von Brunnenwasser steht die Besatzung der Reinwasser heute noch mal von 15 bis 17 Uhr an der Liegestelle im Mittellandkanal bei Recke zur Verfügung. Das Wasser wird an Bord untersucht. Die Proben sollten in Mineralwasserflaschen gefüllt werden, die zuvor gut mit dem Brunnenwasser ausgespült wurden. Das Wasser sollte höchstens vier Stunden vor der Abgabe am Laborschiff abgefüllt werden. Für 12 Euro wird das Wasser auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt untersucht, was je nach Andrang nur ein bis zwei Stunden dauert. Gegen Übernahme der Kosten können auch coliforme Keime (Bakterien, die meist fäkalen Ursprung anzeigen), halogenhaltige Pestizide und Schwermetalle bestimmt werden. Das Ergebnis dieser Analyse wird nach zwei bis drei Wochen mit der Post zugestellt.