Vermischtes Blitze schneiden Fluchtweg ab

22.07.2009, 22:00 Uhr

Die nackte Zahl zuerst: 33 Liter pro Quadratmeter sind laut Deutschem Wetterdienst in der Nacht zu Mittwoch in Osnabrück gefallen. Das Unwetter hat in der Region nicht nur einige Keller unter Wasser gesetzt, es mussten auch Zeltstätten evakuiert und ein Feuer gelöscht werden. Hier ein Überblick über die Rettungseinsätze.

Am schlimmsten traf es den Nordkreis: Gegen 23.30 Uhr schlug ein Blitz in den Schornstein eines Einfamilienhauses in Wallenhorst-Hollage ein. Ein durch den extrem lauten Knall aufgeschreckter Nachbar entdeckte den brennenden Dachstuhl. Daraufhin alarmierte er die Feuerwehr und warnte die 53-jährige Bewohnerin. Aufgrund des schnellen Einsatzes der Wallenhorster Feuerwehr konnte der Brandschaden am Haus begrenzt werden. Trotzdem wurde der Gesamtschaden auf mehrere 10000 Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand.

In einen Wald nahe dem Belmer Ortsteil Icker musste die Feuerwehr mit fünf Einsatzwagen und 30 Mann ausrücken, um ein Zeltlager zu evakuieren. Gegen 1 Uhr hatte der strömende Regen die Zelte unterspült und drohte sämtliches Hab und Gut zu durchnässen. Die 70 Teilnehmer – Kinder, Jugendliche und Betreuer – durften nur das Notwendigste mitnehmen, da die Feuerwehr bei strömendem Regen und aufgeweichten Wegen nicht bis zum Zeltplatz vordringen konnte. Die 10- bis 17-Jährigen mussten etwa 700 Meter durch den Wald laufen, wo die Einsatzkräfte sie dann in Empfang nahmen. Die Gruppe wurde in einer Sporthalle in Vehrte untergebracht, wo sie die vergangenen zwei Nächte auf Feldbetten und Gymnastikmatratzen verbrachte. Heute konnte das Zeltlager an einen trockeneren Teil der Wiese verlegt werden.

Notfall im Südkreis

Für eine Mutter und ihre sechsjährige Tochter aus Osnabrück wurde das Gewitter im Südkreis zum Notfall. Auch die beiden wollten eine Nacht im Zelt verbringen, und zwar an der Teufelsquelle in Hagen. Dann aber kamen Donner, heftiger Regen und vor allem Blitze. In kurzer Folge gingen sie über dem Schlafplatz nieder, sodass der Mutter selbst eine Flucht zu einem nahe gelegenen Haus zu riskant schien. Die junge Frau wusste sich nicht anders zu helfen, als die Hagener Feuerwehr zu rufen, die sie und ihre Tochter vor dem Gewitter in Sicherheit brachte.

Die Hagener Wehrmänner brachten die beiden mitsamt ihrer völlig aufgeweichten Ausrüstung zunächst ins Feuerwehrhaus. Von hier aus wurde dann der Rücktransport nach Osnabrück organisiert.

Während es für die Hagener Feuerwehr ansonsten ruhig blieb, mussten die Hasberger neun Keller auspumpen.

Auch in Osnabrück hielten sich die Schäden in Grenzen. 15 Einsätze, zumeist wegen nasser Keller, verzeichneten die Retter. Zudem mussten laut den Stadtwerken die Bewohner einiger Stadtteile zwei Minuten auf Strom verzichten.

Gestern Abend rückte die Feuerwehr in Melle wegen einer erneuten Regenfront aus, um Keller auszupumpen.