Vermischtes Berlin verärgert über Probleme beim Personalausweis

20.12.2010, 13:22 Uhr

Die Bundesregierung hat die Startprobleme beim neuen Personalausweis scharf kritisiert. Es sei ärgerlich, dass es bei den Antragstellern in den ersten beiden Wochen Verzögerungen gegeben habe, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin.

So hatten die Mitarbeiter in den sächsischen Meldestellen über technische Probleme bei der zuständigen Bundesdruckerei geklagt. Die Wartezeiten betragen teilweise mehrere Wochen. Anfang November beantragte Ausweise sollen bis Weihnachten ausgeliefert werden. «Aus Sicht des Bundesinnenministeriums läuft das nicht optimal», sagte der Sprecher.

Die Tagesproduktion bei der Bundesdruckerei habe sich nun dem angenähert, was an Auftragseingängen hereinkomme. Es könne aber vorkommen, dass erste Antragsteller den Ausweis später bekommen als Bürger, die das Dokument später beantragten. In der vergangenen Woche seien laut Bundesdruckerei 500 000 Personalausweise ausgegeben worden.

Seit dem 1. November geben die zuständigen Behörden in Deutschland nur noch die neuen, elektronisch lesbaren Personalausweise heraus. Sie werden in der Bundesdruckerei hergestellt. Dort musste die Produktion praktisch über Nacht umgestellt werden.

Die Grünen kritisierten die Einführung des Ausweises. «Die zunehmenden Probleme bei der Ausgabe des neuen Ausweises offenbaren, dass Zeitdruck und wirtschaftliche Interessen zu Lasten eines geregelten Starts im Vordergrund standen», sagte Vorstandsmitglied Malte Spitz. «Statt neuer Möglichkeiten bietet der neue Personalausweis jetzt für viele Bürgerinnen und Bürger vor allem Verunsicherung und teuren Frust.»