Vermischtes Beldes Studienfreund bald an Klosterkammer-Spitze

09.12.2002, 23:00 Uhr

Die Ruller Klosterkammer-Pächter werden ab dem 1. Januar einen guten Bekannten "ihres" Bürgermeisters als Ansprechpartner haben. Der Jurist Andreas Hesse, der die Landesstiftung bald kommissarisch leiten wird, hat mit Ulrich Belde zusammen studiert. Die derzeit noch amtierende Präsidentin der Klosterkammer, Martha Jansen, wird zum Jahresbeginn die neue stellvertretende Chefin des Landesrechnungshofes.

Ein Karriereabstieg ist der Wechsel vom Chef- zum Stellvertreterposten für die Juristin mit SPD-Parteibuch nicht. So werde sie künftig eine Gehaltsstufe aufrücken und, was noch viel wichtiger sei: "Diese Aufgabe wollte ich immer schon gern übernehmen", betonte Jansen, die beim Landesrechnungshof künftig die Bereiche Justiz sowie Land- und Forstwirtschaft zu verantworten hat. Wie schon in den vier Jahren als Klosterkammer-Präsidentin wolle sie sich auch beim Landesrechnungshof mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die zur Verfügung stehenden Finanzen möglichst effektiv eingesetzt werden. Martha Jansen: "In Zukunft werden wir nicht nur darauf achten, wo ein paar Euro Steuergelder zuviel ausgegeben werden. Es wird auch Vorschläge dazu geben, von welchen Aufgaben sich der Staat trennen oder was deutlich zurückgefahren werden sollte".

Im Streit um die Erbpachthöhe für Klosterkammer-Grundstücke in dem Wallenhorster Ortsteil Rulle hatte die Präsidentin Durchsetzungsvermögen und Standfestigkeit bewiesen. An ihrer Vorgabe, beim Abschluss neuer Verträge die Pachtpreise deutlich zu erhöhen, hatte sich die Stiftung auch von heftigen Bürgerprotesten nicht abbringen lassen. "Ich gehe davon aus, dass meine Berufung in den Landesrechnungshof auch eine Anerkennung meiner Arbeit ist". Jansen hatte in geheimer Wahl nur drei Gegenstimmen im Landtag bekommen.

Wer ihr Nachfolger als Klosterkammer-Präsident wird, habe Wissenschaftsminister Thomas Oppermann noch nicht entschieden, berichtet Jansen. Zunächst werde ihr bisheriger Stellvertreter Andreas Hesse die Stiftung für unbestimmte Zeit kommissarisch leiten. Der gebürtige Hannoveraner ist mit dem Wallenhorster Bürgermeister Ulrich Belde bestens bekannt. Er habe Hesse in gemeinsamen Studientagen in Lausanne kennen und schätzen gelernt, berichtete Belde gestern erfreut: "Das ist ein fachlich und menschlich absolut einwandfreier Mensch. Auf diese Zusammenarbeit freue ich mich schon jetzt".