Vermischtes Bad Essen bewirbt sich um die Landesgartenschau 2006

29.08.2002, 22:00 Uhr

Der Bad Essener Gemeinderat hat in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen, den Entwurf der Machbarkeitsstudie zur Bewerbung für die Landesgartenschau 2006 beim Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium einzureichen. Im Klartext: Bad Essen ist im "Topf". Gestern wurden die Unterlagen in Hannover durch Carsten Meyer, den allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, persönlich übergeben.

Der Beschluss pro Bewerbung erfolgte mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Zur Erinnerung: Die Gemeinde Bad Essen hatte sich 1991 und 1994 um die Ausrichtung der Landesausstellung "Natur im Städtebau" beworben, wurde jedoch nicht berücksichtigt. "Natur im Städtebau" wurde durch die Landesgartenschauen abgelöst, die 2002 erstmalig in Bad Zwischenahn stattfindet und für 2004 nach Wolfsburg vergeben ist. Für die Landesgartenschau 2006 läuft derzeit eine Ausschreibung, an der sich Bad Essen nun mit seinem Konzept "Zu neuen Ufern" beteiligt.

Im Verlauf der Erstellung der Machbarkeitsstudie durch das "Planungsbüro 3 + Freiraumplaner" hat sich ein Gartenschaugelände am Mittellandkanal herauskristallisiert, das von Nobert Kloeters in der Sitzung erläutert wurde. Kloeters sprach Qualitäten und Mängel ("Der Kurpark ist in die Jahre gekommen") an, hob die zentrale Bedeutung des Getreidespeichers ("Dieser Speicher birgt ein enormes Potenzial") mit seinem hohen Wiedererkennungswert hervor. Die Landesgartenschau eröffne der Gemeinde Bad Essen viele Chancen und Perspektiven - als halbjähriges Fest mit "dauerhafter städtebaulicher Verbesserung." Zudem habe Bad Essen in der Umgebung mit Ippenburg, Hünnefeld, den Barkhauser Sauerierfährten und Kalkriese eine Menge Attraktionen und Besonderheiten zu bieten.

Heinrich-Josef Kesseböhmer betonte für die CDU-Fraktion, es würden hohe Direktinvestitionen ( rund 8 Millionen Euro) und erhebliche Investitionen im Umfeld ausgelöst. Eine Landesgartenschau "wird viele Impulse für unsere gesamte Region geben." Die Besucherzahlen einer solchen Schau - bei 450 000 kalkulierten Besuchern seien es rund 3000 täglich - bedeuteten eine nicht zu unterschätzende Belebung für die gesamte Geschäftswelt und das gesamte wirtschaftliche Leben in der Gemeinde. Man könne angesichts starker Konkurrenz nur hoffen, "dass wir bei der Landesregierung eine positive Entscheidung für Bad Essen erreichen." Bei einer Entscheidung für Bad Essen werde es danach gewaltigen Planungs-und Diskussionsbedarf geben. Kesseböhmer: "Wir sind der Meinung, dass bei der Finanzierung der Gemeindeanteil von insgesamt 1,5 Millionen Euro indirekt durch Wirtschaftswachstum in der Phase vor und während der Schau, aber auch in Folgejahren, wieder eingespielt wird." Nach Abwägung aller Risiken sei der Bewerbung zuzustimmen. Der CDU-Sprecher: "Eine Landesgartenschau wäre für unsere Gemeinde eine große Chance und auch eine Herausforderung."

Timo Natemeyer sagte für die SPD-Fraktion, die Machbarkeitsstudie sei beeindruckend und nenne dabei wichtige Entwicklungsimpulse, "denn wir müssen neue Wege gehen, um die Marke Bad Essen bekannter zu machen." Die Sanierung der Gewerbeflächen am Kanal sei ein überaus bedeutsamer Punkt der Planung und zeige, dass mit einer solchen Veranstaltung dauerhafte Werte geschaffen würde und ein Sprung in der städtebaulichen Entwicklung möglich werde. Was die Kosten angehe, so seien das sicherlich hohe Summen, "aber wir sind in der Lage, das durchzuzhiehen." Man müsse den Versuch unternehmen, die Landesgartenschau 2006 in Bad Essen stattfinden zu lassen und jetzt auf eine positive Entscheidung hoffen, so Natemeyer weiter.

Torben Kuhlenkasper (FDP) unterstrich, bei der Landesgartenschau gehe es um die gesamte Gemeinde, die proifitieren werde. Schloss Ippenburg und die Nähe zum bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen seien gute Trümpfe in der Hinterhand. Der FDP-Ratsherr: "Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen." Dr. Joachim Lücht (Bündnis 90 /Die Grünen) räumte ein, er sei zunächst eher skeptisch gewesen, doch die Studie habe ihn begeistert und überzeugt. Die Idee eines modernen und attraktiven Gewerbegebietes mit ökologischen Komponenten sei hervorragend. Dr. Lücht: "Ich bin für eine Landesgartenschau in Bad Essen, denn eine solche Schau ist für die gesamte Gemeinde gemacht."