Vermischtes Am plattdeutschen Stammtisch jubiliert auch der Zapfhahn

29.04.2007, 22:00 Uhr

Heute hat der Plattdeutsche Stammtisch im Hotel Knüppe doppelten Anlass anzustoßen: Die Männerrunde trifft sich seit 20 Jahren, und Wirtin Doris Knüppe feiert "30-jähriges Zapfhahnjubiläum". Klar lassen da Willi Birkenkämper, Friedhelm Budke, Friedel Erfmann, Werner Faste, Horst Miete, Wilhelm Ramsberg, Friedhelm und Uwe Pötter, Otto Mutert und Ralf Freye heute die Frau hochleben, die für ihre durstigen Kehlen schäumenden Gerstensaft aus dem historischen Zapfhahn in Gläser füllt.

"Das Haus steht hier schon seit 104 Jahren", berichtet Doris Knüppe, deren Kochkünste längst auch außerhalb der Gemeindegrenzen bekannt sind. Lotte 33 war einst die Adresse der Gastwirtschaft mit kleinem Kolonialwarenladen. Landwirtschaft betrieben noch vor einigen Jahrzehnten ihre Eltern Irma und Friedel Hindersmann obendrein. Die Luftaufnahme aus dem Jahr 1953 zeigt noch den Sportplatz, wo heute Häuser an der Marktstraße stehen. Acht Jahre später wurde eine Kegelbahn angebaut. In den 1990ern renovierten die Gastwirte den Saal und richteten den Biergarten her. Das Hotel mit einladendem Ambiente entstand im Jahr 1999.

"Die erste Konzession stammt aus dem Jahr 1903", erinnert sich die Wirtin, die an der Adresse Lotte 33 geboren wurde, und dass sich im Gastgewerbe in den zurückliegenden Jahren einiges verändert hat. "Das Thekengeschäft hat nachgelassen. Dafür richte ich in letzter Zeit mehr Feiern aus", beschreibt Doris Knüppe den Wandel.

Allerdings gibt es seit 20 Jahren eine Konstante: den plattdeutschen Stammtisch. So nennen sich seit 13 Jahren die einstigen Bergfreunde, die sich jeden Montagabend in der Schänke treffen. Dann hat die Alt-Lotter Infobörse geöffnet. Die Männer politisieren, reden über "Hölsken und Stöcksken" - und nehmen neugierige Thekensteher gern auf die Schippe.

"Am besten kann das Budkes Fitten", versichert Willi Birkenkämper. Einer erinnert sich feixend: Im Winter beklagte ein Gast vor der Stammtischrunde, dass seine Kaninchen frören. Friedhelm Budke riet: "Geh zum Landhandel. Da gibt es Antifrostfutter." Er war dabei so überzeugend, dass der Gast tags drauf dem Rat folgte und den Landhändler nach dem Futter fragte - erfolglos, versteht sich.

Für Rückblicke ins Lotter Leben ist heute Abend Gelegenheit, wenn die Stammtischbrüder auf das Wirtinnenwohl anstoßen. Dann stehen weder Münder noch Zapfhahn still.