Vermischtes Am Heiligen Abend sind alle eine große Familie

22.12.2002, 23:00 Uhr

Deshalb liefen an der Bramscher Straße die Vorbereitungen in den vergangenen Tagen auch auf Hochtouren und die ehrenamtlichen Helfer der Thuiner Schwestern opferten wieder einmal ihre Freizeit, um denen einen schönen Weihnachtsabend zu bescheren, die ohne diesen Einsatz nur ein trauriges Fest hätten.

Das Wort Stress liegt Schwester Josefino zwar nicht so besonders, wenn sie aber die letzten Tage Revue passieren lässt, kommt ihr schon ein zögerliches „ein bisschen hektisch war es schon“ über die Lippen. „Wir haben uns gegenseitig unterstützt“, sagt sie und meint damit die Zusammenarbeit zwischen den Schwestern und den etwa 20 Ehrenamtlichen, die jedes Jahr zum Weihnachtsfest die Organisation dieser wohl größten Festtagstafel Osnabrücks übernehmen.

„Ohne unsere Helfer wäre das alles nicht möglich“, unterstreicht auch Schwester Irene noch einmal den Wert des unentgeldlichen Dienstes am Nächsten, den die Freunde der Wärmestube Jahr für Jahr aufs neue leisten. 350 Gedecke wurden aufgetragen im großen Saal des Klosters und im eigens aufgestellten Zelt. Zudem wurden 400 Geschenktüten gepackt, in denen die Bedürftigen kleine Überraschungen finden. Und natürlich wurde ein Essen zubereitet, dass es auch in vielen anderen Familien am Heiligen Abend gibt: Schnitzel mit Kartoffel- und Nudelsalat. Und vor jedem Gedeck steht noch ein zusätzliches Tütchen mit kleinen Süßigkeiten.

Nur mit Spenden ist ein solches Weihnachtsfest möglich. Hauptsponsoren sind hier zwei Osnabrücker Verbrauchermärkte und eine Hollager Fleischerei, die sämtliche Lebensmittel nicht nur für das Weihnachtsfest sondern auch für die täglich etwa 20 Frühstücke und 50 Mittagessen zur Verfügung stellen. „Wir können hier eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung anbieten“, sagt Schwester Rudolfino, die sich mit den Ehrenamtlichen um den Speiseplan kümmert. Jeden Tag kommt eine Gruppe von freiwilligen Küchenhelfern, schnippelt Gemüse, schält Kartoffeln, brät das Fleisch und kocht so gut „wie bei Muttern“. Gestern waren es drei Frauen aus Rulle, die der Wärmestube schon seit Jahren die Treue halten. Hildegard Trame, Anni Heidemann und Maria Möller verarbeiteten die letzte Lieferung, die eingefroren wird und schon für die Tage nach Weihnachten verplant ist.Aber erst einmal steht der heutige Heilige Abend auf dem Programm. „Es ist nicht nur für die Menschen schön, die zu uns kommen, diesen Tag in der Gemeinschaft zu verbringen“, sagt Schwetser Josefino. Auch viele der Ehrenamtlichen seien zum Beispiel alleinstehend und nehme so die Gelegenheit war, nicht nur Gutes zu tun, sondern den Heiligen Abend nicht alleine verbingen zu müssen.

Generalvikar Theo Paul wird die Weihnachtsfeier im Kloster heute Nachmittag mit einem Gottesdienst einleiten, bevor es dann zum Essen geht. Als Gast wird wie in jedem Jahr Bischof Dr. Franz-Josef Bode erwartet, der die Gechenke verteilen und sicherlich auch Zeit für ein paar Worte mit den Gästen der Wärmestube finden wird.