Vermischtes Alte Landmarkierungen am Fuße der Burg

31.07.2009, 22:00 Uhr

Wenn es nach dem Willen des Vereins für Orts- und Heimatkunde geht, wird den Besonderheiten Bad Iburgs bald eine weitere hinzugefügt. Am Fuße der Iburg soll ein Grenzsteinweg entstehen, der die Geschichte der alten Landmarkierungen erläutert. Die Anlage wäre die einzige ihrer Art im gesamten Landkreis Osnabrück.

Seit anderthalb Jahren haben der Vereinsvorsitzende Volker Paul und sein Vorstandskollege Joachim Vogelpohl umfangreiche Gespräche mit Behörden und Institutionen geführt. „Das Land Niedersachsen ist Eigentümer der Steine, verhandelt wurde mit der Behörde für Geoinformation, Landesentwicklung und Liegenschaften und der Denkmalschutzbehörde“, zählt Vogelpohl auf. Es habe zu Beginn „unüberwindlich erscheinende Widerstände und Vorurteile“ gegeben, die jedoch nach einiger Zeit auf eine konstruktive Ebene gelangt waren, da die Verhandlungspartner von der Ernsthaftigkeit und dem Fachwissen der Iburger Lokalhistoriker überzeugt werden konnten.

„Das eigentliche Problem bestand in dem Grundsatz der Denkmalsschützer, wonach Grenzsteine auf ihren Plätzen bleiben sollen“, sagt Vogelpohl. Ausschlaggebend für die Zustimmung war am Ende die Bewahrung der Grenzsteine, von denen immer mehr verschwinden. Nachweislich hat es in den vergangenen 25 bis 30 Jahren einen Verlust von rund 40 Prozent der historischen Markierungen gegeben. In der Regel stehen sie im Wald oder auf Feldern und werden unabsichtlich von Land- oder Forstmaschinen überfahren und in den Boden gedrückt oder von Dieben gestohlen.

Einige der Steine sind bis zu 300 Jahre alt und dokumentieren Besitzverhältnisse der Osnabrücker Fürstbischöfe und des Klosters der Benediktiner. Vogelpohl hat eine Steinaufnahme des Gebietes gemacht und gut 300 davon kartieren können. Wenn grünes Licht gegeben wird, sollen acht von diesen einen Platz auf dem Grenzsteinweg finden und mit Schautafeln erläutert werden.

„Dass wir überhaupt so weit gekommen sind, haben wir der Unterstützung von Bürgermeister Drago Jurak und dem Vorsitzenden des Heimatbundes Osnabrücker Land, Jürgen-Eberhard Niewedde, zu verdanken“, erklären die Vereinsvorstände. Nun steht nur noch die Genehmigung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus, wo der Antrag auf Freigabe der acht Grenzsteine seit zwei Monaten liegt.

Mit der Einrichtung des Lehrpfades könnte in zirka zwei Jahren gerechnet werden.