Vermischtes Als Vater noch mit Henkelmann zur Arbeit ging

07.03.2000, 23:00 Uhr

"So einen Henkelmann kenne ich. Darin nahm unser Vater früher immer sein Essen mit zur Firma." Beim Anblick des weißen Emaillegefässes kommen Erinnerungen an alte Zeiten auf. Fein säuberlich steht der "Henkelmann" neben alten Kannen, Teekesseln, Kartoffelreiben und Emailleschüsseln, während Elisabeth Benne aus Borgloh zu jedem Stück eine kleine Geschichte erzählt und gleichzeitig demonstriert, welche Bedeutung die einzelnen Gegenstände früher im Haushalt hatten.

Ihr Vortrag unter dem Titel "Dat birtken Hushalt" fand bei ihren 15 Zuhörern im Landhaus Paul Riesenanklang. Schließlich kennen die Damen und Herren am Tisch nahezu alle Geräte und Hilfsmittel aus eigener Erfahrung: In der Runde sitzen Senioren, die sich während einer Seminarwoche der Kreisvolkshochschule unter dem Motto: "Düt und dat, bekürt up Platt" austauschen.

Kopfnicken und Zustimmung machen sich an diesem Morgen breit, als Elisabeth Benne ihre Schätzchen, die zuvor drei Jahre lang bei ihr zu Hause auf einem Bord lagen, vorführt. Das älteste Stück - eine von innen nach außen bemalte Kaffeekanne mit Blumenmuster - stammt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.Anhand ihrer Gegenstände aus Emaille zeichnet die Referentin den Tagesablauf in einem ländlichen Haushalt nach und demonstriert an alten Messbechern, Reiben, Stampfern und Pfannkuchenschüsseln, wie sich die Frauen anno dazumal abrackern mussten, um das "bisschen Haushalt" zu organisieren.

Daneben nahm während der Seniorenwoche besonders die Auseinandersetzung mit der plattdeutschen Sprache einen breiten Raum ein. Die Frage, wie die plattdeutsche Sprache weitervermittelt werden kann, stand dabei im Mittelpunkt. Maria Brüggemann beleuchtete das Thema unter dem Motto: "Generationen im Gespräch" auf humorvolle Art.Ob nun Emsländer, Hamburger, Osnabrücker, Münsteraner oder Oldenburger Platt gesprochen wird, das wichtigste heute sei, dass überhaupt Platt gesprochen wird. Darin waren sich alle Teilnehmer einig. Seminarleiterin Elisabeth Heggemann forderte, dass die Weitergabe der plattdeutschen Sprache einen höheren Stellenwert erlangen müsse.

Sinnvoll sei es, so Elisabeth Heggemann, bereits Kindergartenkinder und Grundschüler mit der plattdeutschen Sprache zu konfrontieren. Auf diese Weise könne der Erhalt des Plattdeutschen gesichert werden. Da es immer weniger Menschen gebe, die das Plattdeutsche beherrschen, müsse das Thema alsbald aufgegriffen werden, forderte Elisabeth Heggemann.Unter anderem versetzten sich die Teilnehmer selbst in die Lage von Schülern, in dem sie neue Texte, Lieder und Spielszenen einübten und zum Besten gaben. August Placke, einer der Teilnehmer, begleitete die Lieder auf der Gitarre.Weitere Themen des Seminares waren unter anderem Hilfen zur Selbsthilfe im Alter, eine Ausflugsfahrt nach Bad Essen, heiteres Gedächtnistraining, Hautpflege im Alter, Betreuung und Pflege im Alter sowie weitere Gesprächsrunden.