Vermischtes Als am Knapp noch Loks dampften

16.10.2007, 22:00 Uhr

Riesige Bagger fressen sich zurzeit durch den Penter Knapp und schaffen die Trasse für die neue, vierspurige B68. Die Höhe schwindet beinahe täglich. Es ist nicht das erste Mal, dass der Höhenzug in Pente im Interesse einer zügigeren Verbindung nach Osnabrück geschleift wird.

Alte Bramscher können sich noch an die dreißiger Jahre erinnern, als dort bereits ein Durchstich gemacht wurde. Damals führte die Straße von Bramsche nach Osnabrück s-förmig über Wiechmanns Ecke bis zum Scheitel des Knapps, der in etwa auf Höhe des heutigen Naturkundehauses in Pente lag. Und das befindet sich damals wie heute 85 Meter über Normal Null (NN).

Damals wie heute musste eine Menge Erdreich bewegt werden. Doch standen Anfang der 30er Jahre nicht die Bagger und Riesenlaster von heute zur Verfügung. Sprengladungen und Muskelkraft an Spitzhacke und Spaten mussten genügen, um Fels und Erdreich abzutragen. Und der Abraum wurde in kleinen Loren abtransportiert, die von Lokomotiven auf provisorisch verlegten Schienen gezogen wurden.

Der damals etwa zehnjährige Erich Boberg war regelmäßiger Gast auf der Baustelle. Des Öfteren brachte er vom gerade erst bezogenen Elternhaus an der Osnabrücker Straße das Essen zum Vater. Willi Boberg arbeitete auf einer der Lokomotiven, wo sich Heizer und Maschinist bei ihren Aufgaben abwechselten. Auch das war damals schwere Arbeit: "Da ging alles nur von Hand, die haben damals wirklich was geschafft", meint der heute 82-jährige Boberg. Im Rückblick kommt es ihm beinahe so vor, als seien die Arbeiten damals sogar schneller vorangekommen. "Ich glaube das hat in etwa drei Jahre, von 1934 bis 1937, gedauert, heute brauchen die doch länger."

Für die Knirpse war es das Größte, wenn sie einmal auf der Lok mitfahren durften. So ganz ungefährlich war das jedoch nicht, denn die Schienen wurden nur provisorisch verlegt, von einem richtigen Gleisbett konnte da keine Rede sein, und manchmal klafften abenteuerlich große Löcher unter den Eisenschienen. Je nach Fortgang der Arbeiten mussten die Gleise regelmäßig neu verlegt werden. Erich Boberg kann sich noch erinnern, dass eine Lokomotive einmal umgekippt ist. "Da gab es ja auch keine Maschinen. Da wurde dann ein Flaschenzug gebaut und die Lok wieder hochgehievt", erzählt er.

Auch wenn die Straßenbauarbeiten am Penter Knapp heute auf viele große und starke Maschinen zählen dürfen, sie haben ein Problem, das die Männer damals nicht in dem Maße plagte: Sie müssen sicherstellen, dass der Verkehr trotzdem weiterläuft. Und der ist mit dem damaligen ebenso wenig zu vergleichen wie die Arbeitsbedingungen.