Unglücksmaschine Malaysia Airlines Absturz über der Ukraine: Was wir wissen – und was nicht

17.07.2014, 22:13 Uhr

Eine Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord ist im Osten der Ukraine abgestürzt. Wurde die Maschine abgeschossen? Wir zeigen auf, welche Fakten bestätigt sind und welche Fragen bisher noch nicht beantwortet werden können.

Was wir wissen:

Eine Passagiermaschine der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord ist am Donnerstag im Osten der Ukraine abgestürzt und in umkämpftem Gebiet zerschellt.

MH17 war von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs.

Insgesamt wurden nach Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines vom Freitag 298 Menschen getötet.

Unter den Todesopfern sind vier Deutsche. Das hat ein Flughafensprecher in Amsterdam bestätigt.

Nach Angaben des malaysischen Transportministers Liow Tiong Lai kamen 173 Niederländer ums Leben. Zudem starben demnach 44 Malaysier, 27 Australier, 12 Indonesier, 9 Menschen aus Großbritannien, 4 Deutsche, 4 Belgier, 3 Philippiner, ein Kanadier und ein Neuseeländer.

Auf öffentlich zugänglichen Flugbeobachtungsdiensten war das Flugzeug nicht mehr zu sehen – die Verbindung verlor sich in der Nähe zu Russland.

Die Europäische Flugsicherung bewertet den Absturz der Passagiermaschine über der umkämpften Ostukraine vorerst als Unfall.

Die ukrainische Luftraumüberwachung hat den Kontakt mit der Passagiermaschine von Malaysia Airlines etwa 50 Kilometer vor der Grenze mit Russland verloren.

Die Boeing 777 hatte Amsterdam um 12.15 Uhr Ortszeit verlassen und sollte am Freitagmorgen um 6.10 Uhr malaysischer Ortszeit in Kuala Lumpur ankommen.

Ein niederländischer Passagier hat am Donnerstag vor seinem Flug ein Foto der Unglücksmaschine mit der Flugnummer MH17 auf Facebook gepostet und dazu geschrieben: „Sollte sie verschwinden, so sieht sie aus.“

Die Lufthansa ändert nach dem Flugzeugunglück in der Ukraine ihre Flugroute nach Asien. Der ostukrainische Luftraum werde bis auf weiteres weiträumig umflogen, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt.

Nach offiziellen Angaben aus Amsterdam ist bei dem Flugzeugabsturz in der Ukraine der niederländische Parlamentarier Willem Witteveen umgekommen.

Malaysia Airlines wird zum zweiten Mal in diesem Jahr von einer Flugkatastrophe getroffen. Am 8. März war Flug MH370 mit Zielrichtung Kuala Lumpur verschwunden. Bisher fehlt weiterhin jede Spur von der Maschine. Wie der nun über der Ukraine abgestürzte Jet handelte es sich um eine Boeing 777.

Was wir nicht wissen:

Unklar ist, ob die Unglücksmaschine abgestürzt ist oder abgeschossen wurde.

Wenn MH17 abgeschossen wurde, ist bisher nicht klar, von wem. Regierungstruppen und Separatisten beschuldigen sich gegenseitig, den Jet abgeschossen zu haben.

Das über der Ostukraine abgestürzte Passagierflugzeug ist nach Angaben von US-Geheimdiensten sehr wahrscheinlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen worden. Das geht nach Angaben des Senders CNN aus einem vorläufigen Geheimdienstbericht hervor, wie der US-Sender am Freitag unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Beamten berichtet.

Der ukrainische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben Telefongespräche abgehört, in denen prorussische Aufständische den Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs eingestehen sollen.

Laut unbestätigten Meldungen soll das Passagierflugzeug durch eine BUK-M1-Rakete vom Himmel geholt worden sein. Bisher kann dies keine unabhängige Stelle bestätigen.

Ein Facebook-Eintrag des pro-russischen Separatistenführers Igor Strelkow deutet darauf hin, dass die Rebellen die Maschine abgeschossen haben könnten. Er soll in dem sozialen Netzwerk am Donnerstagnachmittag geschrieben haben: „Wir haben soeben eine AN-26 abgeschossen.“ Ob Strelkow tatsächlich über den Abschuss der Passagiermaschine schrieb, ist nicht verifiziert.

Möglicherweise sind am Boden weitere Menschen durch Wrackteile getötet worden. Für entsprechende Berichte gibt es bisher keine offizielle Bestätigung.