Bairisch oder Sächsisch? Klarer Gewinner: Das sind die unbeliebtesten Dialekte in Deutschland

Von Yannik Jessen | 21.08.2023, 15:19 Uhr 2 Leserkommentare

Eine aktuelle Umfrage zeigt, welche Dialekte in Deutschland am meisten nerven. Es gibt zwar einen klaren Sieger – allerdings wird der Dialekt beliebter, je jünger die Befragten waren.

In Deutschland werden zahlreiche Dialekte gesprochen. Für viele Regionen sind sie ein Teil der Identität. Nach außen haben Dialekte aber auch einen Einfluss auf das Image, denn sie erfreuen sich in anderen Regionen unterschiedlicher Beliebtheit. Eine Umfrage der E-Learning-Plattform „Preply“ hat jetzt ergeben, welche Dialekte bei den Deutschen besonders beliebt sind und von welchen sie genervt sind.

Sächsisch der unbeliebteste Dialekt

Der mit großem Vorsprung unbeliebteste Dialekt ist demnach Sächsisch. Rund 38 Prozent – also mehr als jedem dritten Deutschen – missfällt die ostdeutsche Mundart am meisten. In zwölf der 16 Bundesländer landete Sächsisch auf dem ersten Platz. Die einzige Ausnahme in Norddeutschland ist Mecklenburg-Vorpommern. Hier stört man sich am meisten am Bairischen.

Bei Frauen ist Sächsisch mit 40 Prozent sogar noch unbeliebter als bei Männern (35 Prozent). Die verschiedenen Altersklassen sind sich ebenfalls einig, allerdings schneidet das Sächsische sehr unterschiedlich ab. Während die 45- bis 54-Jährigen sich ganz eindeutig mit 44 Prozent am meisten am ostdeutschen Dialekt stören, sieht es bei der Generation Z etwas anders aus. Zwar war Sächsisch bei den 16- bis 24-Jährigen ebenfalls mit 29 Prozent am unbeliebtesten, allerdings dicht gefolgt vom Bairischen mit 28 Prozent.

Immerhin: Sächsisch wird immer beliebter. Zumindest wenn man die Ergebnisse der Umfrage mit den Ergebnissen der Gesellschaft für deutsche Sprache von 2008 vergleicht. Damals wählten 54 Prozent Sächsisch auf die Spitzenposition. Und woran stören sich die Sachsen am meisten? Genau wie in MV, am bairischen Dialekt.

Deutsche hören am liebsten Westfälisch

Im Gesamtranking landet Bairisch auf dem dritten Platz direkt hinter Schwäbisch, das mit 19 Prozent allerdings deutlich hinter Sächsisch gelandet ist. Am beliebtesten dagegen scheint bei den Deutschen das Westfälische zu sein. Nur sieben Prozent empfinden die Aussprache aus dem Nordosten von Nordrhein-Westfalen als nervig. Direkt dahinter folgen mit acht und neun Prozent das Rheinische und Tirolerisch. Plattdeutsch erhielt als einziger norddeutscher Dialekt 13 Prozent und ist damit auf Platz sechs der nervigsten Dialekte.

Laut Preply liegt der Grund dafür, dass bestimmte Dialekte beliebter sind als andere, an der offenen und geschlossenen Aussprache. Norddeutsche Dialekte und Bairisch werden vor allem im Bereich der Zähne artikuliert. Das strahle eine gewisse Offenheit aus und wirkt auf viele Menschen sympathischer. Dialekte wie Schwäbisch und Sächsisch würden dagegen von Lauten dominiert, die vor allem im hinteren Teil des Rachens entstehen, was den Eindruck erweckt, der Sprecher hätte etwas zu verheimlichen.

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