Überfälle und Angriffe in Deutschland Karte des Grauens – Hier treiben Clowns ihr Unwesen

Von Meike Baars | 25.10.2016, 07:31 Uhr

Angriffe, Raubüberfälle, Gewalttaten: Horrorclowns sorgen nicht nur für einen unheimlicher Trend – sie machen sich auch strafbar. Eine Karte zeigt, wo sie bisher auffällig wurden.

Sie lauern nachts hinter Büschen und sind bewaffnet: Kurz vor Halloween treiben immer mehr Horror-Clowns in Deutschland ihr Unwesen. Das sind die bisher bekannten Fälle*:

13. Oktober

Bremen: Ein Mann mit Clownsmaske überfiel eine Spielothek. Nachdem eine Mitarbeiterin ihm erklärte, dass sie keinen Zugang zur Kasse habe, raubte er ihr die Geldbörse und flüchtete. (Weiterlesen: Horrorclowns in der Region – Fake oder ernsthafte Bedrohung?)

15. Oktober

Wesel: Ein bewaffneter Clown erschreckte nachts am Bahnhof zwei junge Männer. Der maskierte Verkleidete habe mit einer Pistole hantiert und ein Messer dabei gehabt, berichtete die Polizei.

18. Oktober

Gelsenkirchen: Ein als Clown verkleideter Unbekannter bedrohte Jugendliche auf einem Schulgelände mit einem Baseballschläger. Auf der Flucht vor dem Täter verletzte sich eine 14-Jährige an der Hand.

20. Oktober

Rostock: Zwei Fälle an einem Tag: Ein Täter in einem Clownskostüm griff einen 19-Jährigen an und verletzte ihn mit einem Baseballschläger. Ein 15-Jähriger wurde von einem mit einem Messer bewaffneten Grusel-Clown bedroht. (Weiterlesen: Grusel-Clowns: Gefälschte Fotos schnell entlarven)

Gelsenkirchen: Zwei Maskierte griffen einen 33-Jährigen mit einem Messer an und verletzten ihn dabei leicht. Der gehörlose Mann erlitt eine Schnittwunde an der Hand.

Wesel: Mit einer Kettensäge erschreckte ein Unbekannter im Clownskostüm eine 48-jährige Frau. Sie führte einen Hund aus, als der Clown plötzlich aus einem Busch trat.

Sylt: Mit einem Baseball-Schläger erschreckt ein Unbekannter im Clownskostüm mehrere Menschen. Unter anderem klopfte der maskierte Mann an das Fenster eines Hauses.

Hockenheim: Zwei Grusel-Clowns stellten sich einem 16-Jährigen in den Weg.

Leimen: Drei maskierte Unbekannte bauten sich vor einem Zehnjährigen auf und verfolgten ihn ein Stück.

Wuppertal: Während in den meisten Fällen die Täter unerkannt entkommen konnten, stellten sich in Wuppertal ein 14-jähriger Jugendlicher und ein elfjähriges Kind nach einer Polizeifahndung. Die beiden waren aufgefallen, als sie in der Wuppertaler Innenstadt als Clowns verkleidet Passanten erschreckten.

Lüneburg: Ein junger Mann wurde von einem Grusel-Clown verfolgt. Der Maskierte hatte einen Baseballschläger dabei. Eine Suche der Polizei blieb erfolglos.

Essen: Zwei Fälle an einem Tag. Ein 26-Jähriger wurde von einem Clown angegriffen. Verkleidet in weißem Maleranzug mit roten Punkten und einer Maske mit hellen Haaren war dieser mit einer Holzlatte bewaffnet. Der 26-Jährige zog daraufhin sein Pfefferspray, der Clown ergriff die Flucht. Wenige Stunden später erschreckte ein als Clown verkleideter Mann eine 17-Jährige.

Stendal: Ein besonders makaberer Fall. „Ihr werdet alle sterben“ stand auf einem Plakat, das ein Clown an einer Grundschule in der Hand hielt. Schüler hätten das Sekretariat über die unheimliche Person vor der Schule informiert, teilte die Polizei mit.

21. Oktober

Berlin: Zwei falsche Clowns versuchten einen 25-Jährigen in auszurauben. Einer der maskierten Unbekannten hielt den Mann von hinten fest und forderte Geld, während der andere den Mann mit einem Stock bedrohte. Als sich der 25-Jährige losriss, flohen die Clowns.

Rostock: Ein unbekannter Täter im Clownskostüm versuchte einen 22-jährigen Mann und seine 20-jährige Begleiterin mit Farbe zu besprühen. Die Geschädigten wurden nicht verletzt und kamen mit dem Schrecken davon.

Köln: Ein 27-jähriger Mann wird leicht verletzt. „Die trugen Clownmasken und kamen direkt auf mich zugelaufen“, sagte das Opfer aus. Einer der Maskierten habe ein Messer in der Hand gehabt.

München: Ein Horror-Clown erschreckte einen zehnjährigen Jungen auf offener Straße. Plötzlich stürzte eine Person mit Clownsmaske und mit schwingender Axt schreiend aus einem Gebüsch und lief auf den Jungen zu. Dabei filmte sich der Täter. Der Junge erschrak und lief davon.

22. Oktober

Aachen: Zwei Fälle: Ein als Clown verkleideter Täter sprang aus einem Gebüsch und erschreckte einen 21-jährigen Fahrradfahrer, der daraufhin stürzte und in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Ein 18-Jähriger wurde von einem „Horror-Clown“ mit einem langen Gegenstand in der Hand verfolgt.

Sulz am Neckar: Ein großer Mann im Clownskostüm verfolgte einen 27-Jährigen und jagte diesem einen Schrecken ein.

Aschaffenburg: Die Polizei konnte einen 21 Jahre alten Mann fassen, kurz nachdem er zwei junge Frauen in einer Grünanlage erschreckt hatte. Gegen den Horrorclown wurde ein Verfahren wegen Nötigung eingeleitet.

Bremen: Zwei mit Clownsmasken verkleidete Diebe scheiterten bei dem Versuch, einen jungen Mann auszurauben. Der 21-Jährige wehrte sich mit einem kräftigen Schlag auf die Nase eines Clowns, der daraufhin mit seinem Kumpel das Weite suchte.

Duisburg: Ein Grusel-Clown schlug vermutlich mit einem Baseballschläger aus Metall auf einen 30-jährigen Mann ein. Der hatte den Maskierten zur Rede stellen wollen, nachdem er Kinder erschreckt hatte.

Münster: Die Polizei stellte vier Jugendliche, die mit Maske und Baseballschläger Passanten erschrecken wollten. Die Beamten klärten die Jugendlichen und deren Eltern darüber auf, dass das Vorhaben „eine Körperverletzung darstellt und überhaupt nicht lustig ist“.

Neunkirchen: Ein Grusel-Clown erschreckte im Saarland mehrere Zugreisende und bedrohte sie mit einem Messer. In Neunkirchen stieg der Mann aus und belästigte noch eine weitere Zugreisende mit Kind, indem er von außen an die Fensterscheibe klopfte. Zwei Stunden später erwischten die Ermittler den mutmaßlichen Täter – einen polizeibekannten, betrunkenen 26-Jährigen.

Kiel: Zwei junge Männer im Clownskostüm stellte die Polizei in einem Hinterhof, nachdem sie eine Anwohnerin erschreckt hatten.

23. Oktober

Hagenow: Eine 25-Jährige sprühte einem als „Gruselclown“ verkleideten Unbekannten Reizgas ins Gesicht, der hinter einem Toilettenhäuschen hervorgesprungen und mit erhobenem Messer auf sie zugelaufen war. Der Angreifer flüchtete daraufhin.

Ahaus: Eine Frau meldete sich bei der Polizei und gab an, durch einen als Clown verkleideten Mann belästigt worden zu sein.

24. Oktober

Lüneburg: Eine 13-Jährige wurde von einem Unbekannten mit einem Messer bedroht. Laut Beschreibung des Mädchens trug der Mann eine Perücke, eine Clown-Maske, rote Schuhe und einen bunten Anzug aus Stoff und hatte ein langes Messer dabei. Das Kind befand sich auf dem Weg zum Schulbus, als es von dem Unbekannten verfolgt und bedroht wurde.

Berlin:

Ein 14-Jähriger verletzte einen Horror-Clown erst mit einem Messer am Hals, leistete ihm dann aber Erste Hilfe. Der 16-Jährige erschreckte eine Gruppe von Jugendlichen mit einer Clownsmaske und einem Hammer. Daraufhin ging der 14-Jährige auf ihn los. Später stellte sich heraus, dass sich die beiden kannten. Der 14-Jährige wurde vorläufig festgenommen, dann aber seinen Eltern übergeben.

* Aufgeführt werden die Fälle, die von der Polizei wegen ihres besonderen Bedrohungspotenzials öffentlich gemacht wurden. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.