Über Tor-Netzwerk verkauft Große Menge Rauschgift in Enschede sichergestellt

15.06.2016, 17:38 Uhr

Deutsche und niederländische Polizisten haben am 6. Juni im niederländischen Enschede große Mengen an Rauschgift sicher gestellt. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Demnach hatten die Beamten fünf Objekte im Großraum Enschede in den Niederlanden durchsucht. Dabei stießen sie in einer Lagerhalle auf eine Laborküche zur Herstellung illegaler Drogen.

2,5 Liter Amphetaminbase wurde laut Polizei beschlagnahmt. Damit könne unter Verwendung weiterer in der Lagerhalle gefundener Chemikalien circa 7,5 Kilogramm Amphetamin hergestellt werden. Darüber hinaus fanden die Beamten rund 300 Gramm Kokain, 300 Gramm Heroin, 400 Gramm Marihuana, große Mengen von Verpackungsutensilien, Vakuumiergeräte und tausende zur Verpackung genutzte Grußkarten samt Umschlägen und Etiketten-/Labeldrucker.

Zudem stellten sie unter anderem sechs betrügerisch eingesetzte Kreditkarten sicher, einen Revolver und einen fünfstelligen Bargeldbetrag. Auch die Abnehmer der Drogen konnten laut Staatsanwaltschaft ermittelt werden.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen legt den vier Tatverdächtigen im Alter zwischen 33 und 62 Jahren zur Last, als Gruppierung „fredthebaker“ über das Tor-Netzwerk Kokain, Heroin und diverse synthetische Drogen vertrieben zu haben. Gegen einen der vier Beschuldigten wurde Haftbefehl erlassen.

Rauschgift nach Deutschland geschmuggelt

Insgesamt sollen sie in dem Zeitraum von 2013 bis heute Betäubungsmittel mit einem Marktwert von mindestens 1.276.000 Euro in insgesamt 62 Länder verschickt haben. Dabei wurden die Stoffe über die Grenze nach Deutschland geschmuggelt und von dort aus per Post verschickt.

Die Bestellung der Betäubungsmittel über den Web-Shop wurde organisiert wie bei eBay oder Amazon. Die angebotenen Betäubungsmittel wurden bebildert, der Kunde konnte Bewertungen anderer Käufer lesen. Bezahlt wurde ausschließlich mit der virtuellen Währung „Bitcoin“.

Auf die Spur der Tatverdächtigen waren die Ermittler im Zusammenhang mit einer internationalen Initiative zur Bekämpfung illegaler Handelsplätze im Internet gestoßen. Hierbei werden gezielt Dark-Market-Foren und illegale Web-Shops auf ihre Aktivitäten untersucht. Zu diesem Zweck ist eine Ermittlungsgruppe bei der (ZKI) der Polizeidirektion Göttingen eingerichtet worden, die sich mit den Verfahren aus dieser Operation befasst.