Tipps gegen Ängste bei Kindern Was tun gegen Monster im Kinderzimmer?

Von Franziska Kückmann | 12.10.2015, 09:00 Uhr

Lauert da ein Monster unterm Bett? Manche Kinder schlafen wegen der Angst vor Ungeheuern nicht ein. Doch woher kommt diese Furcht, und was können Eltern dagegen tun?

Dank des Animationsfilms „Monster AG“ (2001) wissen wir, was die Ungeheuer nachts in Kinderzimmern zu suchen haben: Die Monster aus der Monsterwelt schleichen sich in die Schlafzimmer der „echten“ Welt und erschrecken die Kleinen, um ihre Schreie einzufangen und daraus Energie zu gewinnen. Ach ja, und eigentlich fürchten sich die gruseligen Kreaturen übrigens vor Kindern. Klar so weit?

Der Film spielt mit einer Angstvorstellung, die wohl jedes Kind ab einem bestimmten Alter durchlebt: dass sich im Dunkel des Schlafzimmers gefährliche Gestalten aufhalten – ein Monster unterm Bett, ein Geist im Schrank, eine Hexe, die sich hinterm Fenstervorhang versteckt.

Wissenschaftlern zufolge sind diese Ängste gerade bei Zwei- und Dreijährigen besonders ausgeprägt. Psychologen sprechen von einer „Vernichtungsangst“: Kinder merken, dass sie selbst größer und stärker werden, begreifen aber zugleich, dass andere noch stärker und sie dadurch verletzlich sind. Hinzu kommt, dass sich die Fantasie in dieser Zeit ausprägt – eine Mischung, die Monster im Kinderzimmer plötzlich sehr real werden lässt.

Erziehungsexperten empfehlen, diese Ängste von Kinder ernst zu nehmen und nicht als Hirngespinste abzutun. Tipps gibt es viele, wie Eltern reagieren können. Zum Beispiel so:

 Auf Monsterjagd gehen. Wer jeden Winkel des Zimmers kontrolliert hat, kann sich sicher sein, dass alle Ungeheuer Reißaus genommen haben.

 Sich mit dem Monster anfreunden. Vielleicht ist der ungebetene Gast ja eigentlich ganz freundlich? Versuchen kann man es – und die Kreatur mit einem fröhlichen „Hallo, Monster!“ dazu einladen, jetzt doch auch einfach zu schlafen.

 „Monster verboten“-Schild aufhängen. So ein Schriftzug an der Kinderzimmertür untersagt dem Ungeheuer demonstrativ den Zutritt.

 Ein Licht brennen lassen. Monster treiben sich ja bekanntlich am liebsten im Dunkeln herum.

 Das Kind eine Lösung finden lassen. Manchmal haben Kinder konkrete Vorstellungen davon, was das Monster in seinem Zimmer von ihm will. Da kann es helfen, nachzufragen und zuzuhören – und dann gemeinsam mit dem Nachwuchs zu überlegen, wie das Ungeheuer besänftigt oder vertrieben werden kann.

Und vor allem: Eltern sollten aufpassen, was ihr Nachwuchs im Fernsehen schaut, besonders kurz vor dem Schlafengehen. Gerade jüngeren Kindern fällt es schwer, zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu unterscheiden, weshalb sich gruselige Figuren aus einem Film schnell im eigenen Zimmer wiederfinden.

Im Film „Monster AG“ entpuppen sich die Ungetüme ja größtenteils als sehr freundliche Gesellen. Am Ende finden sie sogar heraus, dass Kinderlachen viel mehr Energie erzeugt als Angstschreie – eine positive Nachricht für alle, die meinen, sich des Nachts fürchten zu müssen.