Teenager schlagen Passanten „Knockout Game“ beschäftigt Polizei in USA

Von Sven Kienscherf | 02.12.2013, 14:21 Uhr

Brutale Vorfälle beschäftigen Polizei und Medien in den USA: Beim sogenannten „Knockout-Game“ (K.o.-Spiel) versuchen Jugendliche, Passanten mit einem Schlag niederzustrecken.

Ob es sich bei diesem „Spiel“ bereits um ein verbreitetes Phänomen oder gar um eine Art Trend handelt, ist allerdings umstritten. Entsprechende Angriffe gab es nach Medienberichten in verschiedenen Städten in den USA, nach Angaben der britischen Zeitung „The Telegraph“ unter anderem in Philadelphia, Chicago, St Louis, San Diego und New York. Zwei Menschen erlagen den schweren Verletzungen, ein 51-jähriger Mann starb im Mai in Syracuse und ein 46-Jähriger im September in Jersey City. Die mutmaßlichen Täter, die in Jersey City festgenommen wurden, waren zwischen 13 und 14 Jahre alt. Auch in Syracuse schlugen mehrere Jugendliche auf ihr Opfer ein.

Bei den Attacken geht es offenbar darum, nichts ahnende Passanten mit einem einzigen Schlag niederzustrecken. In New York waren laut „Telegraph“ und „New York Times“ orthodoxe Juden unter den Opfern, die Täter waren schwarze Jugendliche.

Eine auf rassistische Gewalt spezialisierte Einheit der New Yorker Polizei untersucht die Fälle. Die Angriffe ereigneten sich in einer Gegend, in der das Verhältnis zwischen schwarzen und jüdischen Amerikanern traditionell als angespannt gilt. Die Polizei hat ihre Präsenz dort verstärkt. In den Vierteln Crown Heights, Borough Park und Midwood gehe in der jüdischen Bevölkerung die Angst um, Opfer einer solchen Attacke zu werden. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Dov Hikind, Abgeordneter des Staates New York.

In anderen Fällen scheinen die Opfer eher zufällig ausgewählt zu werden. Bei den Überfällen geht es alleine um Gewalt. Die Täter ließen die Opfer nach dem Schlag liegen, beraubt wurden sie nicht.

Im Oktober 2012 wurde in Pittsburgh der Highschool-Lehrer Jim Addlesperger niedergeschlagen. Eine Überwachungskamera zeichnete den Angriff auf : Aus einer Gruppe von sechs Jugendlichen schert plötzlich ein junger Mann aus und schlägt Addlesperger gegen den Kopf. Der damals 50-Jährige fällt ohne jeden Abwehrreflex zu Boden. „Mein Gesicht ist direkt auf das Pflaster gefallen“, sagte Addlesperger in einem Interview mit dem US-Sender WTAE . Er habe seit dem Schlag Schwierigkeiten zu atmen, sagte Addlesperger weiter. Als Täter wurde ein 15-jähriger Junge verhaftet. Gegenüber der Polizei hatte er ausgesagt, es sei bei dem Angriff nicht um ein Spiel gegangen: Er habe einfach einen schlechten Tag gehabt.

Von einem neuen Trend der Teenager-Gewalt will die New Yorker Polizei ebenfalls nicht sprechen, auszuschließen sei das allerdings auch nicht. In anderen Städten sprechen die Behörden davon, dass das vermeintliche „Spiel“ eher eine urbane Legende sei – ein Schauermärchen. Die begangenen Straftaten seien zufällige Angriffe, wie sie immer mal wieder vorkommen.